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Richers: Akt. Befragung Mehr oder weniger Community Organizing McNeil, Die sanfte Kunst des Organisierens
Aktivierende Befragung
von Hille Richers und Tobias Habermann,
2005
Das Wort „Aktivierung“ hat derzeit Hochkonjunktur,
und wird, gerade im Zusammenhang mit Hartz IV, in zunehmend fragwürdigen
Zusammenhängen gebraucht.
Deshalb möchten wir unser Verständnis von Aktivierung im Rahmen der
„Aktivierenden Befragung“ klarstellen:
1. Wir gehen davon aus, dass auch die Menschen, an die sich eine „Aktivierende
Befragung“ richtet, in der Regel bereits aktiv sind: Gewerbetreibende und
Geschäftsleute sind beruflich aktiv und auch die BewohnerInnen, gerade in
benachteiligten Quartieren, sind in der Regel bereits sehr aktiv. Aktiv im Sinne
von: sie bewältigen und managen ihren Alltag, oft wohnen sie mit vielen Personen
auf engstem Raum; wenn sie Arbeit haben, arbeiten sie oft unter schweren,
körperlich belastenden Bedingungen und zu ungünstigen Zeiten; sie müssen mit
wenig Geld wirtschaften und den Alltag einer komplexen Familie organisiert
kriegen. Hier geht es also zunächst einmal um Respekt gegenüber dem, was die
Menschen bereits leisten.
2. Und wir sehen die Menschen mit denen Gespräche geführt werden, als wichtige
Fachleute für ihren Alltag, ihr Quartier an: sie kennen sich aus in zentralen
Fragen die das Stadtviertel angehen. Sie kennen die Preisunterschiede zwischen
verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten, wissen über die informellen
Jugendtreffpunkte und haben eine eigene Erfahrungen mit Ärgernissen und
Konfliktthemen und wissen wo „der Schuh drückt“.
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