Arten
des CO
Fundamentale Prinzipien der direkten Aktion:
Schritte des Organisierens über direkte Aktionen.
Die
Strategiekarte
Seminare: Organisieren lernen.
Kim Bobo, blitzschnell, blitzgescheit, überzeugt, gewandt
und klar, so haben wir sie erlebt, als wir 1995 in Chicago zu Besuch in ihrer
Midwest Academy waren. Ein Schaubild an der Wand: die Skala der Macht von der
Sozialarbeit bis zu CO, einige farbige Arbeitsplätter in die Hand: Auswahl
eines Issues, Strategien, Taktiken. Ein Blitzkurs in CO.
Training für Gruppen, die etwas bewegen wollen, ist nach
wie vor die Kernaufgabe der MWA. Eine Arbeitsgrundlage bietet das Buch „Organizing
for Sozial Change”: A Manual for Activists, von Kim Bobo, Jackie Kandall,
Steve Max, Hrg. Midwest Academy,3. Auflage 2001) Das Buch habe ich mit
Übersetzungen von Anne Schröter im foco-Rundbrief 18/1999
vorgestellt.
Die Midwest Academy führt Seminare durch und berät
Organisationen im konkreten Aktionsprozess, wie Judy Hertz, Organizing for
Change, 2002 zeigt. Dabei wird sie unterstützt von PraktikantInnen, die sich
auch aus Deutschland über Judy Hertz bewerben können. Ich stelle den Ansatz
vor anhand der Internet Seite der Midwest Academy.
(nach oben)
Es gibt unterschiedliche Methoden des Organizing oder
Wege, soziale Veränderungen herbeizuführen, und alle haben sie ihren Nutzen.
Tatsächlich sind oft viele Arten des Organisierens erforderlich, die Midwest
Academy konzentriert sich auf das Organisieren über direkte Aktionen (Direct
Action Organizing).
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METHODE |
BEISPIEL: Obdachlose in der Community |
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Dienstleistung |
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Akzeptiert bestehende Machtrelationen |
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Bildung |
Der Organisator stellt Untersuchungen über die
Ursachen und Lösungsmöglichkeiten zur Obdachlosigkeit an und verbreitet
die Informationen.
Menschen werden über soziale Themen informiert. |
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Selbsthilfe |
Der Organisator hält Workshops für Obdachlosen ab zu
der Frage, wie sie eine Wohnung oder einen Job finden können.
Idee: Die Leute können ihr Problem selbst lösen, am besten in Gruppen. |
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Soziale Anwaltschaft
(advocacy) |
Der Organisator beeinflusst die Stadt, Unterkünfte zu
eröffnen.
Die Obdachlosen sind nicht notwendigerweise beteiligt oder wissen nicht
einmal, was der Organisator tut. |
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Direkte Aktion |
Der Organisator redet mit Obdachlosen und organisiert
sie.
Sie entscheiden zuerst über angestrebte Lösungen und setzen die Stadt dann
unter Druck, um diese Lösungen selbst zu erreichen. Organisieren über
direkte Aktionen basiert auf der Macht (Power) der Menschen, die eine
gemeinsame Aktion zu ihren eigenen Gunsten unternehmen. |
Fordert
existierende Machtrelationen heraus |
(nach oben)
1.
Gewinne reale Verbesserungen im Leben der Menschen, konkrete, hier und
heute.
2.
Lass die Menschen ein Gespür für ihre eigene Macht (Power) bekommen, in
dem sie selbst gemeinsam gewinnen, was sie selbst erreichen wollen.
3.
Verändere die Machtverhältnisse durch:
-
Aufbau von starken Organisationen
-
Veränderung von Gesetzen und Regelungen
-
indem „unsere Leute“ für Ämter gewählt werden.
(nach oben)
Eine Kampagne wird für eine spezielle Lösung zu einem
Problem, für ein Issue, geführt. Diese Kampagne führt in der Regel durch
bestimmte Stadien:
A.
Die Leute identifizieren ein Problem und eine angestrebte Lösung
Mieter definieren z.B. eine „nahes“ Ziel: „Erreichen,
dass der Hausbesitzer die Kaution zurück gibt, wenn wir ausziehen“; oder
vielleicht weiterreichend: „Erreichen, dass der Stadtrat ein Gesetz zur
Rückgabe von Kautionen erlässt.“
B.
Die Organisation macht das Problem zu einer konkreten Streitfrage,
einem Issue.
C.
Die Organisation entwickelt eine Strategie.
Eine Strategie ist der Gesamtplan für eine Kampagne.
(nach oben)
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Ziele |
Überlegungen zur Organisation |
Basis |
Zielscheibe und Zielperson |
Taktiken |
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Langfristig
mittelfristig
kurzfristig |
Welche Ressourcen
könnt Ihr einbringen?
Wie baut ihr die
Organisation auf?
Gibt es interne
Probleme? |
Wen betrifft das
Problem?
Wie sind die
Betroffenen organisiert?
Welche Macht haben
sie? |
Wer hat die Macht,
Euch zu geben, was du willst?
Zielpersonen „zweiter
Ordnung“: wer kann die eigentlichen Zielpersonen beeinflussen? |
Medienhöhepunkte;
Petitionen;
Boykotte;
Einfluss auf
Abgeordnete;
Aktionen der Basis
gegenüber den Zielpersonen |
D. Die Organisation bringt viele Leute zusammen, die
dem Entscheidungsträger gegenüber treten.
Nutzt große Versammlungen und Aktionen, damit die Person,
die Euch geben kann, was Ihr wollt, reagiert. Diese Decisionmaker (oder auch
"Zielscheibe", target einer Kampagne) sind immer individuelle Personen oder
eine Anzahl von Individuen, nie ein gewähltes Gremium insgesamt. Wenn zum
Beispiel ein Beschluss den Stadtrat passieren soll, sagt nie, dass „der
Stadtrat“ entscheidet. Notwendig ist vielmehr, dass spezifische Mitglieder des
Rats für Euer Anliegen stimmen. Wer sind sie? Benennt sie! Worin liegt deine
Macht über sie? Habt Ihr Mitglieder in ihrem Wahlbezirk?
E.
Der Entscheidungsträger reagiert auf Euch.
Entweder bekommst du, was du willst, oder du musst noch
mehr Leute für eine zweite Runde des Kampfes organisieren. Manchmal braucht es
mehrere Runden bevor ein Kampf gewonnen ist. Deshalb versteht die Midwest
Academy Organisieren als eine zusammenhängende Kampagne, nicht nur als Serie
von einzelnen Schnellschüssen.
F. Gewinne, reorganisiere die Gruppe und geh zur
nächsten Kampagne
(nach oben)
Struktur und Inhalte der Seminare, die regelmäßig zum
Wochenpreis von etwa $500 stattfinden, werden ausführlich auf der
Internetseite der MWA dargestellt:
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Montag |
Dienstag |
Mittwoch |
Donnerstag |
Freitag |
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Fundamente:
Direct
Action
Organizing
(siehe
oben) |
Der ökonomische
Kontext des Organizing
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Aktion: Rollenspiel
Leute gewinnen
(rekrutieren) |
Historische
Bedingungen von Bewegungen für soziale Veränderung;
Leitlinien für
Accountability
Sessions |
Medien
Rollenspiel, Übung
|
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Verständnis der
Macht-Beziehungen
Auswahl von Problemen
und Entscheidungsfragen (Issues) |
Strategieübung
Leitlinien für Aktionen |
Werbung: Rollenspiele
Arbeit
mit Koalitionen |
Accountability
Session ,
Rollenspiel
Berichterstattung durch Medien beeinflussen |
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Geschichtenerzählen
als Werkzeug im Organizing |
Filme:
"People's Firehouse"
"Affordable Housing Campaign" |
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Film:
"Salt Of The Earth"
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Einige Elemente seien hier daraus knapp vorgestellt.
Die Machtverhältnisse verstehen

In einem Rollenspiel misst eine Community Organisation
ihre Kräfte mit einer Chemiefabrik, die beschuldigt wird, dass sie giftige
Abfälle in einem Gebiet ablagert wo Kinder spielen.
Ein Thema sind die verschiedenen Arten von Macht, die
Bürgerorganisationen haben, bei Wahlen und der Legislative, ökonomisch, durch
rechtliche Regelungen, und mit disruptiven Aktionsformen (Stören des üblichen
Ablaufs): welche Bedingungen jeweils notwendig sind, um Power
umzusetzen?
Probleme und konkrete Themen (Issues) auswählen
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Ein geeignetes Issue:
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bringt
konkrete Verbesserungen im Leben der Leute
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lässt Leute
ihre eigene Macht fühlen |
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verändert
Machtverhältnisse
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ist wert,
dass man sich dafür einsetzt |
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ist
gewinnbar
|
wird von
vielen gefühlt |
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wird tief
gefühlt
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hat klare
Zielpersonen
|
hat einen
für dich günstigen Zeitrahmen |
|
baut
Leadership auf
|
löst eine
nächste Kampagne aus |
|
stärkt eure
Organisation finanziell
|
stimmt mit
euren Werten überein |
Geschichtenerzählen als Werkzeug des Organisierens.
Ein „Meister des Geschichtenerzählens“ führt diese
Sitzung. Das Ziel ist erfahrbar zu machen, warum die Kenntnis der
Lebensgeschichten der Leute ein notwendiger Schritt bei der Entwicklung von
Leadership und der Herstellung eines geeigneten Rahmens (framing) der
einzelnen Themen (Issues) ist. Die Mitglieder des Seminars tauschen
miteinander die Geschichten aus, was sie selbst zum Organisieren brachte.
Der ökonomische Kontext des Organisierens
Ökonomische Trends im Land und der Welt prägen die
Möglichkeiten für unser Organisieren. Eine Dia-Präsentation untersucht die
jüngsten Trends beim Einkommen, den Arbeitsplätzen und den Steuern. Es stellt
die Behauptung infrage, dass dies die besten Zeiten für die US-Ökonomie seien
und betont die steigende Ungleichheit in Einkommen und Reichtum.
Leitlinien für Aktionen
Während einer Aktion ist ein Entscheidungsträger oder
"Zielscheibe" konfrontiert mit einer organisierten Gruppe von Leuten. Eine
Forderung wird gestellt und die Gruppe erwartet an Ort und Stelle eine
positive Antwort. Die Macht der Organisation gegenüber dem Entscheidungsmacher
muss in der Aktion deutlich werden.

Werbung, Rekrutierung
Die Leute dazu zu bekommen, dass sie sich einer
Organisation anschließen, erfordert zum einen, gefragt zu werden und zum
anderen, dass der Akt des Beitritts sich mit dem Selbstinteresse des
Beitretenden trifft. Selbstinteresse kommt von einem lateinischen Wort, dass
meint: dazwischen sein. Selbstinteresse meint deshalb untereinander sein und
ist etwas ganz anderes als das Wort Selbstsucht. Diese Sitzung richtet sich
auf das Verständnis von individuellem Selbstinteresse und dem der
Organisation. Leitlinien für die Anwerbung werden präsentiert, gefolgt von
Anwerbungsrollenspielen durch direkte ein-zu-eins-Gespräche.
Mit Koalitionen arbeiten
Die Sitzung zu Koalitionen betont ein Verstehen des
Selbstinteresses der Organisationen. Vor- und Nachteile des Aufbaus von
Koalitionen werden diskutiert anhand der Leitlinien für erfolgreiche
Koalitionsbildung. Im Rahmen der Sitzung soll Zeit sein, aktuelle Problemen in
Koalitionen, mit denen die Lernenden zu tun haben, zu klären und Frieden zu
stiften. Eine Übung zur Evaluation potenzieller Koalitionspartner folgt der
Präsentation.
Vorbedingungen für Bewegungen der sozialen Veränderung
Viele Leute bauen Tag für Tag Organisationen auf und
hoffen, dass vielleicht ihre Bemühungen zu einer sozialen Bewegung auf allen
Ebenen wachsen. Deshalb ist es notwendig, die Entstehung von Sozialen
Bewegungen in der Geschichte zu analysieren und ein Verständnis für die Kräfte
zu entwickeln, die diese möglich machen.
Diese Sitzung blickt auf die ökonomischen Voraussetzungen
der Bewegungen der 1960er und der 70er, der Bürgerrechtsbewegung, der
Studentenbewegung und der Frauenbewegung und sie spürt deren Ursprünge in den
ökonomischen und sozialen Bedingungen auf. Sie versucht zu definieren, was
Organisatoren tun können und was nicht für die weitere Entwicklung einer
Bewegung.
Rechenschaftssitzung, (Accountability Sessions)
Eine
Accountability Session / Rechenschaftssitzung ist ein großes Treffen in der
Community mit einem gewählten Amtsträger oder Abgeordneten (Stadtrat,
Bürgermeister usw.).
Sie wird auf dem Boden deiner Organisation durchgeführt;
es sollte nicht durcheinander gebracht werden mit einer offiziellen
Bürgerversammlung, auf der alle Sichtweisen gehört werden. Dieses Treffen
dient dazu, die Sichtweise deiner Organisation zu präsentieren.
Die FührerInnen deiner Gruppe und verbündeter
Organisationen reden zunächst, und dann werden die gewählten Amtsträgern
aufgefordert, zu ganz spezifischen Forderungen zu antworten, die von einer
Reihe von Leadern vorgetragen werden.
Von dem Offiziellen wird erwartet, dass er den Forderungen
der Gruppe nachgibt.
Eine Rechenschaftssitzung macht die Unterstützung der
Community deutlich, die hinter den Leuten im Raum steht