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Strong Neighborhoods – Strong
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Beispiel für eine strategie zum Indikatorenbereich : Gerechtigkeit - Equity |
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Strategien Für jeden Bereich (area) werden drei bis fünf Strategiefelder aufgeführt und ihnen mehrere einzelne Aktionen zugeordnet. Eines dieser Felder wird hier aufgeführt |
Resultate Es werden jeweils konkrete gewünschte Ergebnisse benannt |
Datenquellen teils qualitativer, teils quantitativer Natur |
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Erhöhung der Mittel für zu gering ausgestatte Schulen - Kampagnen für neue Gebäude und Renovierungen, um die Überfüllung zu verringern und die Sicherheit zu erhöhen; - Geldquellen für Erwachsenenbildung und Programme für die Zeit nach dem Unterricht erschließen; - Anträge einreichen für private und öffentliche Gelder, um u.a. für eine professionelle professionelle Entwicklung der Lehrer zu sorgen |
- Neue Schulgebäude und Anbauten; - mehr Geld für Beleuchtung, Wachen, Spielplätze usw….; - geringere Zahl von Unfällen und Zwischenfällen im Schulbereich; - mehr Gelegenheiten für Lehrer zu ihrer professionellen Entwicklung. |
- Budget der Schulbezirke für Sachmittel und Personal; - Berichte über Zwischenfälle in der Nachbarschaft/ City/ im Bezirk; - Finanzierungspläne - Besichtigung von Schulgebäuden und –Anlagen; - Bericht von Lehrern und Eltern; - Schulverzeichnisse und Programme. |
Der Bericht geht davon aus, dass die Arbeit CO Gruppen in allen acht Indikatoren- Bereichen wichtig ist, aber von den Eltern bis hin zu den Politikern am meisten Wert gelegt wird auf die Schulleistungen. Das bedeutet, dass die beispielhaften Geschichten des CO für Schulreform das Vertrauen schaffen sollen, dass letztlich das Lernen der Schüler verbessert wird. Deshalb haben die Autoren aus der Analyse der fünf Fallstudien eine „Theorie der Veränderung“ entwickelt, die zeigt wie CO eine Kapazität der Community aufbaut, die zu einer Verbesserung der Schulen und höheren Schülerleistungen führt.
An einem zentralen Schaubild, in dem alle oben dargestellten Indikatoren-Bereiche zu finden sind, lässt sich diese erläutern:
Im linken Bereich geht es um die Kapazität oder Leistungsfähigkeit der Community, der Nachbarschaft oder des Stadtteils. Die Leistungen in diesem Bereich sind relativ unabhängig von dem jeweiligen Themenbereich, um den es geht, also z.B. Wohnen, Arbeit, Stadtentwicklung oder in diesem Fall Schulreform. Community Organizing zeichnet sich generell dadurch aus, dass in einem sich verstärkenden Zirkel Führungspersonen gefunden und in ihrer Entwicklung unterstützt werden, dass daraus sich Macht der Community im oben aufgeführten Sinn entwickelt, und damit das soziale Kapital vermehrt wird.
Im rechten Bereich geht es um das konkrete Thema des Community Organizing, hier die Verbesserung der Schulsituation: sie wird erreicht durch mehr Gerechtigkeit, eine intensivierte Verbindung von Schulen und Communites und daraus resultierend einer Veränderung von Curriculum, Unterricht und Schulklima.
Die Gelenkstelle dieser „Theory of Change“ ist die öffentliche Übernahme von Verantwortung.
„Öffentliche Verantwortlichkeit ist das Gelenk, das die Kapazität der Community mit der Verbesserung der Schule verbindet. Erhöhte Partizipation in der Community und feste Beziehungen zusammen erweitern die Verantwortlichkeit für die Verbesserung der öffentlichen Erziehung. …Diese schafft den politischen Willen, gleiche Chancen und die Verbindung von Schule und Community voran zu treiben, dabei verbessern sich Schulklima, Curriculum und Unterricht und machen sie aufgeschlossener für die Communities und legen damit die Basis für besseres Lernen und bessere Leistungen der Schüler. Stärkere Schulen wiederum tragen bei zur Stärkung der Kapazität der Community.“
Durch die Stärkung der Community gelingt es danach, alle Beteiligten, von den Eltern, Schüler und Bewohnern der Community, den politisch Verantwortlichen und den Verwaltungen bis hin zu den Lehrern und Schulleitungen gemeinsam in die Pflicht zu nehmen und zu gemeinsamer Verantwortlichkeit für und „Eigentümerschaft“ an der Schule zu führen.[10] Dies bewirkt konkrete bessere Bedingungen für die Schulen (z.B. kleine Schulen, kleine Klassen, gute Ausstattung der Schulen, gemeinsame Lehrpläne), gleichere Chancen für Benachteiligte und engere Verbindungen von Schule und Community. Daraus entwickelten sich zielgerichtet besserer Unterricht, ein besseres Schulklima und damit im Ergebnis bessere Leistungen der SchülerInnen.
Das „indicator framework“ und die „theory of change“ helfen, den Veränderungsprozess zu verstehen und Erfahrungen übertragbar zu machen- aber Community Organizing ist kein Prozess, der Indikatoren abarbeitet.
Vor Ort „wirst du nichts hören über ‚indicator areas’. Sondern du wirst etwas hören über Themen in der Community und den Schulen, Geschichten über Kampagnen des Organizing und die Erfahrungen von Leadern, Rückschläge wie auch Vorwärtsbewegungen, Siege, die lange Zeit brauchen, und Praktiken und Prinzipien und wie sie angewendet wurden im speziellen Fall.“
Der Prozess der Schulreform der Oakland Community Organizations (OCO) wird von den Autoren exemplarisch dargestellt und danach verdeutlicht, dass auch die anderen Gruppen in jeweils unterschiedlicher Weise diese „theoriy of change“ bestätigen.
Bei den OCO`s ging es darum, Bauland zu gewinnen für neue kleine Schulen. Hier zeigt sich beispielhaft, wie Arbeit auf lokaler Ebene und politischer Ebene miteinander verbunden sind und wie Schule und Nachbarschaft von den Eltern und den Mitglieder der Community aus verknüpft werden.
1986 wurde ein Warenhaus geschlossen. 1993 haben Führungspersonen aus den OCO`s von den Sorgen der Bewohner über das verlassene Warenhaus, das zu einem Schandfleck wurde, erfahren; es war voll gemalt mit Graffitis, die Fenster waren zerbrochen, Leute aus der Umgebung berichteten von nächtlichen Schießereien. Gleichzeitig hörten die Leader von Sorgen der Eltern über die Überfüllung der Schule. Deshalb entschied sich der OCO- Vorstand, die Überfüllung zu einem Schwerpunkt für die gesamte Organisation zu machen. Die Leader erforschten das Thema, fanden eine Kluft der Schülerleistungen zwischen den großen und überfüllten Schulen in diesen Nachbarschaften und kleineren Schulen in reicheren Gebieten heraus und begannen eine nach einigen Jahren erfolgreiche Kampagne für eine veränderte Schulpolitik des Bezirks, die auf kleine Schulen ausgerichtet war. Bei der Suche nach Bauland dafür kam man auf das Warenhaus. Aufgrund eines Prozesses der Gentrifizierung, einer Entwicklung, bei der die Bewohnerschaft Zug um Zug durch Reichere ersetzt wird und damit Gebäude und Bauland immer wertvoller werden, war der Abriss der Reste des Warenhauses, der die Voraussetzung für den Bau neuer Schulen war, ein kontroverses Thema. Mit einer Vielzahl von Taktiken wie z.B. großen öffentlichen Versammlungen mit Offiziellen, Petitionen, Verhandlungen und demonstrativen Aktionen, bis hin zu Gerichtsprozessen wurde schließlich 2001, also nach acht Jahren, das Warenhaus abgerissen und es entstanden zunächst provisorische Schulräume. Die kleinen Schulen werden in Oakland nun mit finanzieller Unterstützung der Stiftung von Bill Gates und seiner Frau aufgebaut.
Ein Leader wird zitiert: „All diese Treffen und Aktionen …wurden ein echter ‚Schulraum’ für die Führungspersonen… Bewaffnet mit den Fakten, bereit zu handeln und im eigenen Namen Zeugnis abzulegen, und gestärkt durch das Wissen, dass niemand von uns alleine steht, durch unsere organisierten Anstrengungen, wussten wir: wir können viele Siege erringen“.
Der Bericht führt detailliert aus, in welcher Weise die Indikatoren- Bereiche und ihr in der Theorie der Veränderung postulierter Zusammenhang in dem Vorgehen in Oakland erfüllt werden. Zusammenfassend heißt es:
„Die Strategie der OCOs für kleine Schulen wurde motiviert und geprägt durch den lokalen Kontext…Die Strategie wurde beeinflusst durch den nachbarschaftsorientierten Ansatz der OCO, bei dem die Themen aufgestellt und Prioritäten gesetzt wurden. …Die Geschichte illustriert, wie Organizing auf verschiedenen Ebenen vorgeht, indem sie Nachbarschaftsthemen angeht und zugleich Einfluss auf die cityweite Politik zu nehmen versucht.“
„Wie unterscheidet sich CO von der Myriade von anderen Ansätzen im Markt der Schulreform?“
Die einzigartige Rolle des CO liegt darin, dass sie die Kapazität der Community aufbaut und über die Brücke „öffentliche Verantwortlichkeit“ mit der Verbesserung der Schulen verbindet.
Ihren „added value“ gegenüber anderen Ansätzen, die ebenfalls die Verbindung von Schule und Community zum Ziel haben, sieht der Bericht in vier Momenten:
Schulreform ist ein Langzeit- Unternehmen. CO- Gruppen sind den Nachbarschaften ihrer Mitglieder verpflichtet und halten als gegenüber der Schule externe Kraft die Triebkraft für die Verbesserung über die Zeit hinweg und auch bei einer Veränderung der Akteure aufrecht. Dazu tragen CO Gruppen bei durch
- Aufbau einer starken Basis,
- kontinuierliche Beobachtung (monitoring) der Reform,
- Schaffen einer Generation von Lehrern, die dem neuen Schulparadigma verpflichtet sind.
Ohne beharrliche Kämpfer können Reformen aufgrund der starken Gegenkräfte der Bürokratie und konkurrierender politischer und ökonomischer Interessen entgleisen. Der Beitrag des CO zur persistence liegt in
- der hohen Motivation,
- dem Einsatz von Erforschen und Reflektieren,
- einer machtvollen Basis.
„Bürokratien, Stadtregierungen und städtische Schulsysteme sind bekannt für Untätigkeit, Korruption und Widerstand gegenüber Veränderung. Die Struktur der Verantwortlichkeiten kann diffus sein und macht es möglich, dass Offizielle die Verantwortung weiter schieben“
Gegenüber diesen Hindernissen
- baut CO „überbrückendes“ soziales Kapital auf und entwickelt Vertrauensbeziehungen zwischen Mitgliedern der Community und Offiziellen,
- so dass machtvolle Communities gegen halten können gegen konkurrierende ökonomische und politische Interessen,
- und öffentliche Diskussionen den politischen Willen schaffen, der die Bürokratien zum Handeln bewegt.
Education Organizing reflektiert den Kern des neuen Paradigma, in dem lokales Wissen wert geschätzt und in Rechnung gestellt wird für die Dynamik zwischen Schulen und ihrer Umwelt. Die Stimmen der Eltern und der Community können die Schulreform stärken, indem sie
- das Curriculums anspruchsvoller machen und passend zu dem Leben in der Community,
- Themen aufstellen, die sonst nicht vorkommen,
- sichtbar machen, wie Schulen und die Community wechselseitig besser ihre Ressourcen nutzen können und
- eine gemeinsame „Eigentümerschaft“ an der Schule und an ihrer Reform schaffen.
Wenn wir uns für Community Organizing interessieren, dann oft, weil wir den Prozess des CO anschauen und begeistert sind von dem sichtbaren Zusammenhalt der Menschen, ihrem Ideenreichtum, ihrer öffentliche Präsenz, dem Auftreten von einfachen Leuten bei großen Veranstaltungen, ihrer Respektlosigkeit und Frechheit gegenüber den „großen Tieren“ und ihrer Freude und ihren Siegesfeiern.
Demgegenüber stellt der Bericht ziemlich nüchtern auf den Nutzen, die Leistungsfähigkeit und den „Mehrwert“ des Community Organizing ab, natürlich auch deshalb, weil er damit öffentliche und private Geldgeber überzeugen will, dass es sich lohnt CO zu unterstützen.
Diese Nüchternheit überdeckt vielleicht die grundlegende Bedeutung der Untersuchung: In diesem Bericht wird zum einen deutlich, dass Organzing ein höchst anspruchsvoller Vorgang ist, dessen spezifische Leistungsfähigkeit klar erkennbar und nachweisbar ist, zum anderen zeigt sich, dass sich die Position der Menschen in den benachteiligten Stadtteilen auf diesem Weg grundlegend verändert von „Betroffenen“ zu aktiv Beteiligten, von Objekten erzieherischer Bemühungen zu Subjekten der Veränderung der Lebensbedingungen und Lebenschancen. Community Organizing in seinen sehr unterschiedlichen Varianten liefert dazu einen umfassenden Ansatz, beginnend von sehr bestimmten Grundvorstellungen, über eine Strategie des Handelns und Reflektierens bis hin zu einem Handwerkskasten von einzelnen Techniken.
Es fehlt in der Stadtentwicklung, Sozialarbeit und Politik derzeit nicht ab Bekenntnissen zur sozialraumorientierten Arbeit, zum bürgerschaftlichen Engagement, zur Betroffenenbeteiligung und aktivierender Politik. Aber Vorhaben versanden, Versprechen werden gebrochen, Enttäuschung der Betroffenen wird programmiert.
Community Organizing, so das Ergebnis dieser Studie, schafft durch die Stärkung der jeweiligen örtlichen Gemeinschaft die Beharrlichkeit einer machtvollen Basis, das Bewusstsein, dass es um „das Eigene“ geht und den notwendigen politischen Willen und Druck, damit gemeinsam wirkliche Verantwortung übernommen wird für nachhaltige Veränderungen. Deshalb ist es notwendig, Prinzipien, Strategien und Methoden des Community Organizing zu entwickeln und in die Wirklichkeit umzusetzen. Jetzt.
[1] A report in the Indicators Project on Education Organizing series: Strong Neighborhoods, Strong Schools, March 2002 by The Cross City Campaign for Urban School Reform, COMM-ORG Papers 2003, http://comm-org.utoledo.edu/papers.htm
[2] Arbeitspapiere zum Programm Soziale Stadt, Bd. 9, Good Practice in Neubauquartieren, Eine Analyse im Rahmen des Bund-Länder-Programms "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - die soziale Stadt", Berlin, März 2003, Teil II: Von der Sozialen Stadt zur umfassenden Nachbarschaftsentwicklung - Anregungen zur Veränderung der Programmkonzeption, (http://www.sozialestadt.de/veroeffentlichungen/arbeitspapiere/band9/2-organisation.shtml#31
[3] Ein Überblick über die verschiedenen Organisationsweisen und Ansätze in: www.fo-co.info/community_organizing_in_den_usa
[4] vgl. http://rothschuh.bei.t-online.de/CO_6_IAF.htm und Marion Mohrlok, Die Politik beginnt bei den Leuten, http://www.fo-co.info/politik_beginnt_bei_den_leuten.htm
[5] in einer Fallgeschichte beschreibt Judy Hertz die Arbeit von LSNA für die Entwicklung des Stadtteils sowie die Sicherung von Jobs für die Bewohner, vgl. http://rothschuh.bei.t-online.de/CO_6_IAF.htm
[7] Die Merkmale von ACORN Schulen werden dargestellt in: http://www.acorn.org/acorn10/betterschools/BetterSchoolsReports/eas.htm
[9] siehe hierzu auch Rothschuh, "Theorien der Veränderung"- eine Basis für die Evaluation der sozialen Stadtteilentwicklung?, 2002, http://www.fo-co.info/Aspen.htm
[10] Hier zeigt sich deutlich eine Veränderung des Community Organizing: Ging es, z.B. bei Shel Trapp, noch vor allem darum, dass die Community die Mächtigen aus Politik und Wirtschaft zum Handeln zwingt, dazu, dass „sie geben, was wir wollen“, so geht es hier daneben auch darum, selbst Verantwortung zu übernehmen.
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Herausgeber: Forum Community Organizing, Website: Michael Rothschuh, Brühl 20 31134 Hildesheim, HAWK
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