COMM-ORG ist eine Online- Konferenz zu Community
Organizing und Development, zu der jeder Mensch Zugang hat. Auch in die damit
verbundene e-mail-Liste ist die Einschreibung ohne Begründung möglich.
COMM-ORG ist 1994 als Online-Seminar in Chicago
entstanden und wird jetzt von Randy Stoecker, einem Soziologie-Professor an
der Universität Wisconsin, geleitet.
Die Konferenz will Leute aus der Praxis und Wissenschaft
zusammenbringen, die sich für Community Organizing interessieren und beruht
auf der Überzeugung, dass das Internet ein Platz für offene und kostenfreie
Kommunikation bleiben soll.
Die technische Basis beruht ebenfalls auf frei
zugänglicher, kostenloser Software und ist bewusst einfach gehalten, ohne
bunte Farben, Bilder, Animationen, auf den Text orientiert und mit möglichst
geringen System-Ressourcen erreichbar.
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COMM-ORG umfasst eine Sammlung von zum Teil umfangreichen
Original-Papieren und sonst schwer zu findenden Reprints. Die Themen sind
ebenso vielfältig wie die Autoren, wobei Männer überwiegen und ebenso
wissenschaftlich Arbeitende.
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Einen zweiten Block bilden Skripte für Vorlesungen und Seminare
zum CO, die ausgesprochen sorgfältig und ausführlich Angebote und
Anforderungen beschreiben. Es ist leicht möglich, Seminarplanungen bis zu
Details von Vorbereitungspapieren, Arbeitsaufgaben und didaktischen
Arrangements nachzuvollziehen.
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Vielfältige Quellen für CO und Community Development werden
aufgeführt: Links zu Trainings-Instituten und teilweise vollständig online
verfügbarem Trainingsmaterial, CO-Dachorganisationen, Organisationen der
Demokratieentwicklung, Forschungsinstituten sowie internationalen Quellen.
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Mit einer integrierten Suchmaschine findet man Einträge sowohl
in den Papieren als auch in den Mails der letzten Jahre. Zum Suchwort
„Germany“ z.B. findet man nur sehr wenig, zu Alinksy gibt es über 160 Hinweise
auf spezifische Beiträge.
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Besonders lebendig gehalten wird COMM-ORG durch eine von
Stoecker moderierte e-mail- Diskussion mit über 850 Leuten aus mehr als einem
Duzend Nationen. Es gibt kaum einen Tag (oder besser eine Nacht) in der nicht
zwei, drei Mails eingehen, Job- Angebote für Organizer,
Veranstaltungshinweise, Berichte aus Organisationen und sich oft aufeinander
beziehende Diskussionsbeiträge. Das Themenfeld geht deutlich über Community
Organizing und Development hinaus.
Exemplarisch seien die Themen der Rundmails einiger Tage
im Januar 2007 genannt:
- Mehrere Stellenanzeigen mit Beschreibung der Organisation, Aufgaben und
Qualifikationsanforderungen. Community Organizer, Lead Organizer, Director of
Giving, Community Ogranizing Director, Communications Manager, usw.
- Hinweis auf ein neues Buch zum Community Organizing
- Angebot einer Fernsehgesellschaft, Designer und Maler zur Renovierung eines
Community Centers zu schicken
- Intensive Diskussion zu der Frage: "Are community benefit agreements
neo-liberal?", teilweise im Vergleich zum europäischen Sozialdemokratismus
- Suche nach Fundraising für ein Datenbasis-Projekt für Organizer
- Angebot für die Finanzierung von auf der Community basierenden
gesundheitlichen Unterstützung von Asian Americans , Native Hawaiians und
Pacific Islanders
Die Interessen des Moderators werden deutlich in seiner
Bitte, neue Paper zuzusenden (Mail 1.2.03):
„Wir sind besonders interessiert an Papieren zu
folgenden Themen:
-
Was funktioniert und was nicht bei Cmmunity Organizing,
Planning und Development (CD)?
-
Geschichten aus dem realen Leben von Kampagnen des CO
und/oder CD
-
Beziehungen zwischen Theorie und Praxis in CO
-
Die Geschichte von CO in einem sich verändernden
strukturell- historischen Kontext
-
Verbindungen zwischen CO und CD
-
Verbindungen zwischen CO und Planung
-
Rolle der religiösen Institutionen in CO
-
Verbindungen zwischen CO und sozialen Bewegungen
-
Die Rolle von Gender, Rasse, Identität und Ideologie
in CO
-
Zusammenarbeit zwischen Aktivisten und Akademikern in
CO“
COMM-ORG lebt wesentlich von der Kompetenz des Moderators
und seiner engagierten, zuverlässigen und unermüdlichen Arbeit.
Viele Web-Seiten des CO sind von Organisationen
herausgegeben, die verständlicherweise ein positives Selbstbild vermitteln
möchten, dem Leser damit aber manchmal auch ein geschöntes Bild vermitteln.
Mit COMM-ORG werden auch Quellen der kritischen und weiter führenden
Diskussion erschlossen.
Für mich ist COMM-ORG zudem ein Tor auch für Menschen
diesseits des Ozeans zu einem „anderen Amerika“ weitab vom Mainstream der
amerikanischen Selbstdarstellung. Die Konferenz bildet selbst so etwas wie
eine Community
von Menschen, die sich für CO engagieren und zugleich kritisch diskutieren,
eine Meta-Ebene jenseits der einzelnen, oft konkurrierenden Organisationen des
CO, auf der der dringend notwendige Austausch unter Aktiven in Wissenschaft
und Praxis ermöglicht wird.