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Stand: 16.02.2008

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Kap. 13- Wege zum Community Organizing in Deutschland

noch Stand 2005

Szenen des CO in Deutschland

Bedingungen für CO in Deutschland

Community Organizing- eine „Leistungsbeschreibung“

Und jetzt? Die nächsten Schritte

Literatur

Offenbar verschärfen sich soziale Probleme in Deutschland: Arbeitslosigkeit von fast fünf Millionen Menschen, wachsende Kluft zwischen dem Reichtum weniger und wachsender Armut vieler, Segregation in den Städten,  – das sind einige Stichworte. Gleichzeitig werden uns vertraute Formen der Bewältigung dieser Probleme, wie sie in Deutschland mit der dem „Parteienstaat“ und dem „Sozialstaat“ verbunden sind, immer brüchiger: an die Lösungskompetenzen der Politik glauben immer weniger Menschen, die Absicherung von sozialen Risiken wird Schritt für Schritt zurück genommen, die Versorgung der Bürger im Bereich von Energie, Transport, Gesundheit und Bildung zunehmend privatisiert. Die großen Institutionen, Gewerkschaften, Parteien und Kirchen, die in ihrem Zusammenspiel für einen gewissen sozialen Ausgleich gesorgt haben, verlieren an Mitgliedern und an  Verbindung zur Lebenswelt der Menschen.

Zugleich entstehen neue Formen der Selbstaktivität von Frauen und Männern; und wie wir von einer „Globalisierung sozialer Probleme“ sprechen, so können wir auch nach „globalisierten Handlungsansätzen“ fragen: In „Greenpeace“  sind schon lange Menschen vieler Nationen aktiv, „Attac“ erscheint als möglicher neuer Handlungsrahmen für Themen der Globalisierung, zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen gibt es Netzwerke quer durch die Staaten und Kontinente, und die Friedensaktionen gegen den Irak- Krieg rund um den Globus haben gezeigt, dass Menschen in kaum erwartbarer Zahl und Intensität lokal und global zugleich aktiv sein wollen.

Community Organizing (CO) erscheint als ein Ansatz, der die Menschen als Gestalter ihrer eigenen Lebensverhältnisse in Wert setzt und ihnen die Erfahrung ihrer eigenen Macht ermöglicht; CO könnte ein Instrument für reale Demokratie und soziale Gerechtigkeit sein und sich über die bisherigen Begrenzungen hinaus ausbreiten.

Ich will in dieser Skizze die Szenen des Community Organizing in Deutschland darstellen, nach den besonderen Bedingungen für die Entwicklung des CO in Deutschland fragen und verdeutlichen, was Ansätze des CO leisten können.

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Szenen des CO in Deutschland

Durchsuche ich in ähnlicher Weise, wie ich es bei dem Bericht zum CO in den USA[1] getan habe, die deutschen Internet- Quellen sowie die Literatur nach CO in Deutschland, so ist die Ausbeute ziemlich schmal:

  1. In drei Gruppen und Organisationen finde ich die Entwicklung von Ansätzen des CO in Deutschland;
  2. zwei Stiftungen fördern CO;
  3. in der Sozialarbeiterausbildung gibt es Lehre und Diskussion zum CO;
  4. in vereinzelten Websites wird in unterschiedlicher Weise auf CO Bezug genommen.

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1. Gruppen und Organisationen des CO

„Umbruch- Bildungswerk für gewaltfreie Veränderung“  hat auf der Grundlage eigener Erfahrungen in sozialen Bewegungen und der Friedensarbeit den spannenden Versuch gemacht, mit einer „Organizer- Spirale“ sowie einem Heft „Instrumentarien politischen Organisierens“ so etwas wie eine deutsche Version des (Community) Organizing zu entwickeln. Das Heft und die dazu gehörenden Fortbildungsveranstaltungen verstehen sich als „Anleitung zum Mächtig-Werden für Kampagnen, Initiativen, Projekte“. In der Organizer-Spirale werden Ansätze des CO, wie sie beispielsweise von der Midwest Academy vermittelt werden, angewendet auf die Entwicklung einer Bürgerinitiative. Grundsätze und konkrete Handlungsanregungen werden eng miteinander verflochten. Das Heft wird derzeit neu überarbeitet und aufgelegt.

Forum Community Organizing e.V. foco :

Immer noch von zentraler Bedeutung ist die 1993 zu einem Buch gewordene Diplomarbeit von Marion Mohrlok, Rainer und Michaela Neubauer und Walter Schönfelder, die nicht zufällig einen Imperativ als Titel hat: „Let`s Organize!- Community Organization und Gemeinwesenarbeit im Vergleich“. Es gibt keine andere so fundierte vergleichende Darstellung von CO und GWA. Diese Arbeit und die während ihrer Erstellung gewonnenen Einblicke in die Praxis des CO in den USA waren Ausgangspunkt zunächst für Trainings durch Organizer aus den USA, dann eine Studienreise nach Chicago und schließlich die Gründung des Forums Community Organizing foco e.V. Zunächst in den Rundbriefen von foco und nunmehr auch in der Internet-Seite www.forum-community-organizing.de sind Aufsätze von foco-Mitgliedern zum Community Organizing, zu analytischen  und praktischen Fragen sowie zu diesbezüglichen Praxisansätzen zu finden. Mitglieder von foco haben zum Teil eigene Webseiten (insb. Wolfgang Goede www.casa-luz.de und Michael Rothschuh rothschuh.bei.t-online.de)oder veröffentlichen auch in anderen Webseiten (z.B. www.stadtteilarbeit.de, www.dbsh.de, jetzt auch der US-Site comm-org.utoledo.edu). Die Praxis der Mitglieder liegt in beruflicher Sozialarbeit, der Lehre an Hochschulen, Mieterberatung, Organisationsberatung, Publizistik, Erwachsenenbildung sowie in freiwilliger Arbeit in Bürgerorganisationen, der Politik und kulturellen Organisationen.

foco  hat eine Neuauflage von Alinskys Buch bewirkt, Filme zum Training des CO herausgegeben sowie ein Buch zur Chicago- Exkursion geschrieben, führt halbjährlich Tagungen durch, bei denen häufig auch Organisationen vor Ort besucht werden, gibt vierteljährlich Rundbriefe heraus und nimmt an der Arbeit von Netzwerken wie der „BAG Gemeinwesenarbeit und Soziale Stadtentwicklung“ sowie der AG GWA in der „Deutschen Gesellschaft für Sozialarbeit“ teil. Mitglieder von foco bieten Trainings zum Aufbau von Bürgeraktivitäten im Stadtteil an, bereiten längerfristig Grundlagentrainings sowie Exkursionen zu CO vor und stellen CO bei Tagungen und in Seminaren vor.

foco hatte zu Beginn vor, mit mehreren „Fachgruppen“ verschiedenen Ansätzen des CO gleichzeitig nachzugehen: Trainings anzubieten, CO als „Vitaminspritze“ für die Weiterentwicklung der GWA und Ansätzen für Bürgerdemokratie zu nutzen sowie eigene „Modellprojekte“ des CO aufzubauen. Da zeitgleich mit dem Aufbau von foco der IAF erkunden wollte, ob „Broad Based Community Organizing“ in Deutschland aufgebaut werden könnte, gab es für einige Jahre eine Kooperation zwischen foco und IAF: foco- Mitglieder versuchten in verschiedenen Städten, in Zusammenarbeit mit dem IAF und in enger Anlehnung an dessen Methoden Gründungskomitees zu bilden und ein Startkapital für neue Organisationen des Broad Based Community Organizing zu sammeln. Dieser Versuch wurde nach einiger Zeit aufgegeben, weil er außerhalb der Arbeitszeit kaum zu leisten schien und es fraglich erschien, ob die Bedingungen für die direkte Übertragung des Modells in Deutschland gegeben sind. Seither geht foco verstärkt Elementen und Ansatzpunkten des CO nach in der Sozialarbeit, z.B. in Düren und Saarbrücken, in unabhängigen Bürgerorganisationen der Stadtteilentwicklung, z.B. in  Wilhelmsburg, sowie in Ansätzen zur politischen Basisdemokratie, z.B. in München (vgl. foco- Rundbriefe Juli und Dezember 2002).

Aufbruch- Broad Based CO in Deutschland:

Leo Penta war eine Schlüsselperson bei der Kooperation mit IAF, weil er Mitarbeiter des IAF mit vielfältigen Erfahrungen insbesondere in New York war und Mitte der 90er von den USA nach Deutschland kam und seither als Professor an der Katholischen Hochschule für Soziale Arbeit in Berlin arbeitet. Im Anschluss an die Versuche der gemeinsamen Entwicklung von Broad Based Community Organizing  mit foco hat er eigenständige Projekte angeregt, aufgebaut und begleitet. Diese werden von der Körber-Stiftung und USAble (s.u.) unterstützt, außerdem gibt es eine Zusammenarbeit mit der Stiftung Mitarbeit bei der Durchführung eines Trainingsseminars.

Über zwei Projekte wird von der Körber- Stiftung und in der Presse berichtet:

-          In Berlin- Oberschoeneweide ging es zunächst um die Verlagerung eines Teils der Fachhochschule in diesen durch die Entwicklung seit 1990 sozial bedrohten Stadtteil, um für ihn neue Entfaltungsmöglichkeiten zu schaffen. http://www.stiftung.koerber.de/wettbewerbe/usable/aktuelles/nl2002/nl_02_2002.html)

-          In Hamburg St. Georg (u.a.: http://www.helpev.de/dokumente/USable.htm )steht im „Kraftwerk Mitte“ nicht ein Thema im Vordergrund, sondern zunächst der Aufbau einer Organisation insbesondere durch one-to-one-Gespräche mit möglichen Schlüsselpersonen aus den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Organisationen dieses und angrenzender Stadtteile. Weil- nach dem Konzept des IAF- der Aufbau von öffentlichen Beziehungen zunächst im Vordergrund steht, publiziert die Initiative zunächst relativ zurückhaltend. Über das Hamburger Projekt berichtet die TAZ vom 6.7.02:

“Community Organizing heißt auf amerikanisch das, was das Kraftwerk-Team in Hamburg etablieren will: selbständig statt stellvertretend handeln. Den Anstoß erhielt der CVJM-Geschäftsführer Düchting 1999 während einer Bildungsreise im New Yorker Stadtteil Brooklyn.... Wenn Menschen sich zusammenschließen, haben sie eine enorme Macht, sagte Hannah Arendt und liefert damit die philosophische Grundlage für das Konzept eines Netzwerkes, das ein möglichst großes Spektrum der Gesellschaft widerspiegelt: Eltern und Jugendliche sollten dabei sein, Sozialhilfeempfänger, Unternehmer, Katholiken, Muslime, Mieter, Hauseigentümer, Künstler und Konservative, eben alle.“

Beim Aufbau der Organisationen wird wesentlich auf den das Training der Schlüsselpersonen geachtet, das teilweise durch Reisen zu Trainings von IAF in den USA stattfindet, teilweise auch hier u.a. von Leo Penta angeboten wird. Organisatorisch ist hierfür jetzt auch der Verein „Aufbruch - Broad Based Community Organizing in Deutschland“ gegründet worden. 

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2. Stiftungen

Die Stiftung Mitarbeit sieht ihre Aufgabe darin, die „Demokratie-Entwicklung von unten zu fördern. Sie möchte Menschen ermutigen, Eigeninitiative zu entwickeln und sich an der Lösung von Gemeinschaftsaufgaben zu beteiligen“ (Die Organizer-Spirale, Anhang).

Als einen der möglichen Ansätze sieht die Stiftung CO an und hat diesen Ansatz vielfältig unterstützt, bei der Herausgabe von Schriften, bei der Vermittlung von Informationen und Durchführung von Fortbildungen und Tagungen.

Die Stiftung gibt zudem den Internet- Wegweiser Bürgergesellschaft heraus. CO wird dort so beschrieben:

„Community Organizing ist ein Sammelbegriff für verschiedene amerikanische Ansätze der Bewohner(innen)organisation in Stadtteilen. Es zielt auf langfristige und kontinuierliche Veränderung und baut als Basis dafür eine starke und tragfähige Organisation auf. Dazu wird zunächst ein Gründerkreis (Sponsoring Comitee) mit Schlüsselpersonen aus bis zu 50 wichtigen intermediären Organisationen gebildet. Erst wenn die personellen und materiellen Ressourcen sichergestellt sind - zur Wahrung der Unabhängigkeit wird die Annahme staatlicher Mittel abgelehnt -, beginnt der Prozeß der Themenfindung. Grundlage bilden Tausende von Einzelgesprächen. Die Bewohner(innen) werden dazu zu Hause oder an ihren Treffpunkten aufgesucht; ihre Bedürfnisse und Interessen bilden den Ausgangspunkt aller weiteren Initiativen. Im Mittelpunkt stehen Alltagsnähe und Konkretheit. Vorhandene Ressourcen werden genutzt. Das Vertrauen der Menschen in ihre eigene Handlungskompetenz soll geweckt werden. Community Organizing zielt aber weniger auf individuelle Hilfen. Es will vielmehr gemeinschaftliche Handeln und Solidarität entwickeln helfen und zur Interessenartikulation befähigen. Angestoßen werden sollen exemplarische Lernprozesse, aus denen neue Formen der gesellschaftlichen Selbstorganisation entstehen.“ http://www.wegweiser-buergergesellschaft.de/politische_teilhabe/modelle_methoden/beispiele/community_organizing.php

Die Körber-Stiftung ist eine der ältesten philanthropischen Unternehmens- Stiftungen in Deutschland. So trifft sich seit 1961 der „Bergedorfer Gesprächskreis als offenes Forum für den internationalen Meinungsaustausch“. In ihm „diskutieren Politiker, Wissenschaftler, Wirtschaftsvertreter und Publizisten“. (http://www.stiftung.koerber.de/internationale_verstaendigung/bergedorfer_gespraechskreis/index.html.)

Seit einigen Jahren schreibt die Stiftung einen „Transatlantischen Ideenwettbewerb USable“ für Ideen aus, die „das gesellschaftliche Miteinander verbessern können“. Bei diesem Wettbewerb wurden auch Community- Organizing- Ansätze prämiert, wie z.B. Beiträge von Marion Mohrlok; das Hamburger Projekt in St.Georg (s.o.) wurde mit einem Förderpreis bedacht, was dem Projekt z.B. die Teilnahme an Trainings ermöglicht. (http://www.stiftung.koerber.de/wettbewerbe/usable/portraet/index.html )

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3. Diskussion in der Gemeinwesenarbeit und Sozialarbeit.

Im Rahmen der Sozialen Arbeit und im Zusammenhang mit der Gemeinwesenarbeit gibt es eine lange Rezeptionsgeschichte des CO, die in mehreren Wellen verlaufen ist: die mehr theoretische Wahrnehmung bei der Methodisierung der Sozialarbeit in den 60er Jahren, die Umsetzung von einzelnen Taktiken in einigen Projekten in den 70er Jahren und Zuwendung zur praktischen CO nach der Diplomarbeit von Mohrlok u.a.. (vgl. Sznyka, 2002). (vgl. Seminarausschreibung der TU Berlin: www.tu-berlin.de/fb2/sozpaed/tps/1970gwa.html )

Derzeit wird CO von einer Reihe von hauptamtlich Lehrenden und Lehrbeauftragten, z.T. Mitgliedern der o.g. Organisationen, an Hochschulen in das Lehrprogramm und teilweise auch Projekte integriert. Aus Zusammenhängen der Lehre ist bei Maja Heiner (Universität Tübingen) auch ein nach wie vor sehr hilfreicher Film über den CO Ansatz anhand eines Praktikums in San Francisco im Netzwerk PICO von Michaela Doll erstellt worden.

Wie CO durch die derzeit führenden Vertreter der Gemeinwesenarbeit bewertet wird, ist vielleicht  von Oelschlägel (in Hinte, Lüttringhaus, Oelschlägel, 2002) ganz gut getroffen:

Ich sehe die Diskussion um CO – neben dem praktischen Effekts der Trainings- als notwendige und nachhaltige Erinnerung daran, was wir in der GWA seit 30 Jahren an Wissen und Können angesammelt haben und als nachdrückliche Aufforderung, das fantasievoll und engagiert anzuwenden, anstatt in Routinen zu erstarren.“

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4. Weitere Websites

Einige Menschen haben Community Organizing durch Aufenthalte im Rahmen der Aktion Sühnezeichen kennen gelernt und berichten darüber, wie z.B. Arndt Husar und Wolfang Goede.

In einem Beitrag wird der enge Bezug zwischen CO und der Kommunikation im Internet hergestellt, eine Diskussion, die es auch in den USA z.B. angesichts des Organizing gegen den gegenwärtigen Irak- Krieg gibt.

Ein Autor schlägt die Nutzung von CO in der Queer Community vor, ebenso wie die Zusammenfügung von CO und Theaterarbeit.

CO wird auch für den Bereich der internationalen Erwachsenenbildung und die Stadtplanung diskutiert. (siehe Übersicht im Anhang).

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Bedingungen für CO in Deutschland

Bei ACORN in Chicago arbeitete ein Chilene als Organizer. Ihn fragte ich 1995, ob es denn auch in Chile Community Organizing gäbe. „Nein, wieso?“, war die Antwort, „in Chile haben wir doch eine sozialistische Partei“.

Und in Deutschland? Mit den Wahlen 1998 müsste eigentlich ja ein Traum wahr geworden sein: Führungspersonen aus den „alten sozialen Bewegungen“, der sozialdemokratischen Partei und den Gewerkschaften, als auch den „neuen sozialen Bewegungen“, -  von der Studentenbewegung über Schwulenbewegung, Frauenbewegung, Friedensbewegung, Anti-Atombewegung, Umweltbewegung, Initiativen für behutsame Stadterneuerung bis hin zur ostdeutschen Bürgerrechtsbewegung, - waren nun anscheinend „an der Macht“. Aber die Erfahrung mit eben dieser Regierung ist, dass sie einerseits eine Reihe von Forderungen der Bewegungen in gesetzliche Bahnen gelenkt hat, andererseits fröhlich weiter die Privatisierung von Versorgungsbetrieben wie Bahn, Post und Telekommunikation als „Reform“ betreibt, zerknirscht Krieg führt, mit Sorgenfalten  die bürgerlichen Rechte einschränkt und die Rücknahme der sozialen Sicherungen als notwendige Modernisierung verkündet.

Die Organisation von BürgerInnen an der Basis wird offenbar nicht überflüssig- und sie geschieht auch in Stadtteilinitiativen, Agenda- Gruppen, attac- Gruppen und so weiter. Um zu klären, welche Bedeutung Ansätze des CO haben können, müssen die besonderen Bedingungen in Deutschland einerseits betrachtet werden, die möglichen „Leistungen“, die CO bietet, andererseits.

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Ambivalenzen in der Globalisierung

Wussten Sie schon, dass die „Bronx“ ein kleines Quartier in Hildesheim ist- so ist es jedenfalls von Jugendlichen auf eine Wand eines Jugendtreffs gemalt. Hier sei die „Brox“ oder „Klein-Chicago“, heißt es auch in Wuppertal, München- Hasenbergl, und in Hamburg- Wilhelmsburg. Mit diesen in Flugblättern, Zeitungen und Internetseiten beliebten Metaphern ist gemeint: Hier ist es so wie in den gefährlichsten, schlimmsten Teilen Amerikas; über solche Stadtteile wissen wir schon alles, auch wenn wir noch nie dort waren: Armut, Müllhaufen auf der Straße, Arbeitslosigkeit, Mietschulden, Gewalt in den Familien,  Ausländerfeindlichkeit, Kriminalität, Rechtsradikalismus, geringe Wahlbeteiligung. Amerika, scheint es, ist die unausweichliche Zukunft unserer Gesellschaft.

Keine Frage, es gibt eine Globalisierung der Märkte, die auch unser alltägliches Leben betrifft: Auf den Finanzmärkten der New Yorker Wall Street kann über Arbeitsplätze vor Ort entschieden werden, bei Staples finden wir weltweit dasselbe Angebot. Sehr schnell beziehen wir „Globalisierung“ deshalb auch auf die Lebenslagen der Menschen. Im sozialen Bereich werden dann Begriffe wie „weltweite Kinderarmut“, „Polarisierung von arm und reich“ und „Segregation in den Städten“ gebraucht, um Tendenzen aufzuzeigen, die alle Menschen verbinden. Es scheint so, als wenn das, was vor allem in den USA Realität ist, quasi automatisch unsere Zukunft ist. Wenn man aber z.B. bei dem in Programmen zur Sozialen Stadt zentralen Begriff „Segregation in den Städten“ genauer nachliest, heißt es bei einem der Väter dieses Begriffs, Hartmut Häußermann, einerseits: Es „ist zu erwarten, dass die soziale Segregation auch in deutschen Städten stärker wird“, andererseits aber: 

„Bislang allerdings gibt es kaum empirische Belege dafür; lediglich Farwick… hat für Bremen und Bielefeld eine Zunahme der räumlichen Konzentration von Sozialhilfeempfängern nachgewiesen. Friedrichs… hat dagegen festgestellt, daß in Köln, Düsseldorf und Duisburg die Segregation von Ausländern… abgenommen hat. Andere Studien bestätigen dies für Berlin… und Frankfurt.“ (Häußermann/ Siebel, 2001, S.38)

Wir neigen dazu, „Tendenzen“ schlicht mit der Wirklichkeit zu identifizieren.

Meiner Meinung nach haben wir in Deutschland und den USA in der Tat mit vielen gemeinsamen Problemen zu tun, die zentrale Themen des CO sind (vgl. z.B. Kap.4 und Kap.7): Arbeitslosigkeit, der Unsicherheit der Altersversorgung, der Gesundheitsversorgung, dem Wohnen zu bezahlbaren Mieten, der Sicherung eines Lohns, von dem man/frau leben kann, einer Politik der Steuerreduzierungen sowie der Privatisierung von öffentlichen Versorgungseinrichtungen wie öffentlichem Verkehr, Energie, Wasser und Kommunikation.

Aber es sind unterschiedliche Ausgangssituationen, von denen aus die Veränderungen erfolgen. Exemplarisch möchte ich vier Bedingungen skizzieren

  1. Die Lebensbedingungen für die ärmeren Schichten sind in den deutschen Städten schlecht, aber wahrscheinlich weniger bedrückend als die vergleichbarer Gruppen in den USA. So kann man hier mit Sozialhilfe, Mietrecht und Wohngeld eher seine Wohnung behalten, und zwar in der Regel eine geräumigere und besser ausgestattete als in den 60er Jahren, während in den USA häufig auch Menschen, die in Arbeit stehen und z.B. den gesetzlichen Mindestlohn erhalten, ihre Wohnung nicht mehr bezahlen können (eindrucksvoll und sehr genau beschrieben bei Barbara Ehrenreich, 2001). Sozialhilfe, Arbeitslosenunterstützung,  Krankenversorgung, Rentenversicherung, Pflege- dies alles steht gerade jetzt unter erheblichem Druck- aber es geht in Deutschland stärker darum, bestehende Standards zu sichern, als sie überhaupt erst zu erringen.
  2. Das Parteien- und Wahlsystem in Deutschland hat sich seit 1980 als offener für zunächst „alternative“ politische Gruppen und Positionen gezeigt, als es in den 60er Jahren zu erwarten war, indem grüne Parteien in die Parlamente und Regierungen gekommen sind. Übersehen werden darf dabei nicht, dass die Offenheit noch mehr konservativen Wählervereinigungen zugute gekommen ist (bis hin zu Statt-Parteien und Schill-Partei). Das vorherrschende Verhältniswahlrecht gibt dabei den Parteien eine wesentlich größere Rolle als den einzelnen KandidatInnen, wenngleich auch in Deutschland jede Wahl auch eine Wahl von bestimmten Führungspersonen ist; das System der Koalitionsregierungen birgt die Chance der Repräsentation von Minderheiten in einer Regierung in sich. Für die USA dagegen schreibt die Newparty:

„Das vorherrschende Wahl System in unserem Land, winner-take-all; der Gewinner bekommt das Ganze (also kein Proportionalsystem), ist ein entscheidender Faktor, der die Entwicklung von alternativen  Parteien und  Ansichten …hemmt.“ (http://www.newparty.org/strategy.html

  1. Wenn gegenwärtig in allen Medien- auch im Ausland- von einer „Reformunfähigkeit“ Deutschlands die Rede ist, ist damit faktisch gemeint, dass neoliberale Ansätze wie der Thatcherisms oder die Reaganomics bisher nicht durchgesetzt werden konnten, weil es sozialrechtliche Barrieren- von den bestehenden Gesetzen bis hin zu Urteilen des Bundesverfassungsgerichts- aber auch institutionelle Barrieren in Form der immer noch vergleichsweise starken Gewerkschaften gibt. Aber auch bei beiden Volksparteien bestehen- anders als bei der wirtschaftsliberalen FDP oder den immer mehr ökoliberalen Grünen- erhebliche Bedenken, dass ein massiver Abbau von sozialen Sicherungen zu einem Wählerverlust führt[2]. Dies heißt allerdings nicht, dass z.B. die Gewerkschaften derzeit unbedingt die richtigen Lösungen haben; insbesondere haben sie kaum eine Strategie, wie eine zur vorherrschenden neoliberalen Logik alternative Sichtweise der Probleme von Arbeitslosigkeit und Sozialer Sicherung gesellschaftlich verankert werden kann.
  2. Die Kirchengemeinden spielen in der deutschen Gemeinwesenarbeit ebenso wie in der Friedensarbeit, Anti-Atom-Bewegung und  in der ostdeutschen BürgerInnenbewegung, eine wesentliche Rolle. Ohne Kirchengemeinden, christliche Wohlfahrtsverbände oder das Burkhardhaus wäre eine kontinuierliche Entwicklung der GWA in Deutschland kaum denkbar gewesen. Die Biographien der im Bereich des CO Aktiven sind oft mit der Kirche verbunden, durch frühe Gemeindearbeit, Jugendarbeit oder Studium; zugleich ist es oft ein kritisches Verhältnis zur „Amtskirche“. Andererseits aber sind aber die Kirchen hier in anderer Weise mit dem Staat verbunden als in den USA: Da sind die Strukturen zwischen Staat und Kirchen in der Tradition des „cuius regio- eius religio“,  die Sonderrechte des Grundgesetzes für die Kirchen, das Subsidiaritätsprinzip und vor allem die Kirchensteuer, die es schwer machen zu entscheiden, ob die Kirchen in den „staatlich/ öffentlichen“ oder in den „zivilgesellschaftlichen“ Bereich gehören.

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Entwicklungsfelder für CO

Community Organizing ist, wie Fisher und Velocchi dargestellt haben (vgl. Kap. 2 CO in den USA), in drei Kontexten zu finden, dem Aufbau und der Verbesserung von Nachbarschaften und Quartieren, der politischen Arbeit sowie der Sozialarbeit. CO ist Teil einer dieser Bereiche und zugleich können sich diese im Community Organizing überschneiden; ja, vielleicht liegt ein Potenzial von CO gerade in der Verknüpfung dieser Kontexte.

Wenn wir uns diese Felder in Deutschland ansehen, fallen uns eine Vielfalt von Aktivitäten, Gruppen und Organisationen ein, an deren Arbeit CO anknüpfen könnte, bzw. in denen sich Elemente und Ansätze von CO entwickeln ließen.  Dazu einige Stichworte:

1. Entwicklung des Quartiers

- Ehrenamtliche und z.B. öffentlich unterstützte Gruppen wie Stadtteilgruppen, Bürgerinitiativen, Bürger- und Heimatvereine, Jugendparlamente, Organisationen des „bürgerschaftlichen Engagements“, Stadtteilverbesserungsaktionen (wie die früheren „Subbotniks“  in der DDR)

  • - Programmelemente der „Sozialen Stadt“ u.ä.: Quartiersmanagement, Quartiersbeiräte, Beteiligungsverfahren, Zukunftswerkstätten, Sanierungsbeiräte

  • - Stadtplanung, Stadtteilentwicklungsgesellschaften

  • - Kirchengemeinden, islamische Gemeinden, Ortsräte

  • - Stadtteilzeitungen, Stadtteil- Internetseiten

  • - Stadtteilkulturarbeit

  • - Wohnprojekte

  • - Volkshochschulen, Bildungsträger

  • - Lehre im Bereich Stadtplanung, Freiraumplanung

2. Politische Arbeit

  • - Agenda Gruppen, BUND

  • - Parteien, Gruppen für Basisdemokratie

  • - Greenpeace, Attac

  • - Gewerkschaften

  • - Friedensgruppen, Friedensorganizing, Internet- Organizing

  • - Hausbesetzungsgruppen, Bambule (Wohnwagenprojekte)

  • - Stiftungen Mitarbeit, Körber, Böll,

  • - Umbruch - Bildungswerk für gewaltfreie Veränderung

  • - Identitätsorganisationen: Gay / Queer / Lesben/ Frauen/ Männer

  • - Jugendverbände, Graue Panther

  • - Migrantenorganisationen und -gruppen

  • - Montagsgebete in ostdeutschen Städten

3. Soziale Arbeit

  • - Sozialraumbezogene Jugendarbeit, -Altenarbeit

  • - Gemeinwesenarbeit, Stadtteilbezogene Sozialarbeit

  • - Stadtteilmoderation

  • - Stadtteilarbeitskreise

  • - Lehre an den Hochschulen für Soziale Arbeit

  • - Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Jugendverbände

  • - Soziale Dienste

  • - Burckhardhaus Gelnhausen, Fortbildungsinstitute

Diese Organisationen werden sich aber nur auf Community Organizing hin bewegen, wenn CO etwas bietet, was die eigene Arbeit ergebnisreicher und freudvoller macht.

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Community Organizing- eine „Leistungsbeschreibung“

Definition des CO

Als Resümee aus der Darstellung des Community Organizing in den USA stelle ich folgende Arbeitsdefinition für CO auf:

 

Abbildung: Community Organizing

 

Community Organizing ist der Aufbau und die Entwicklung von BürgerInnenorganisationen  durch die Schaffung von sozialen Beziehungen, die Macht zum Handeln geben.

Die BürgerInnenorganisationen haben die doppelte Zielsetzung: die Veränderung von Machtbeziehungen und die unmittelbare Verbesserung der Lebenslage für die betreffende Gemeinschaft, die Community.

Eine „Bürgerorganisation“ kann dabei eine eher informelle Gruppe sein, eine Organisation mit Einzelmitgliedern aus den jeweiligen Communities oder eine Organisation von bestehenden Organisationen wie Kirchen, Bürgergruppen, Gewerkschaften u.a..

Räumlich kann sich Community Organizing auf ein Quartier einer Stadt beziehen, aber auch auf ganze Regionen, und es gibt Verbindungen bis hin zur nationalen oder internationalen Ebene, seltener wird der Begriff für Identitätsgruppen oder thematisches Organizing (z.B. gegen den Krieg) verwendet.

Aufbau einer Organisation bedeutet nicht vorrangig Erstellung von Satzung, Geschäftsordnung, Einrichtung von Büroräumen und Einstellung von Mitarbeitern, sondern ist vor allem ein sozialer und Kommunikationsprozess: Aufbau von handlungs- mächtigen öffentlichen Beziehungen unter den Mitgliedern und mit Verbündeten, Entwicklung und Förderung von Führungspersonen, Machtanalyse, Entwicklung von Strategien und Taktiken und die Durchführung und Auswertung von Aktionen und Kampagnen..

Politisch ist Community Organizing nicht per se einer bestimmten politischen Richtung zuzuordnen- auch George W. Bush versteht sich als glühender Anhänger von Community Organizations, dennoch kann man allgemein „soziale Gerechtigkeit“ und „Realisierung von Demokratie“ als Ziel ansehen. Es geht also nicht um die Sicherung von Privilegien einer Community, den Ausschluss der „Fremden“, oder um Kampagnen nach dem St. Florians- Prinzip („Heiliger St.Florian, verschon mein Haus, zünd’ andre an“) bzw. dem NIMBY- Prinzip („Not In My Backyard“), sondern es wird von Werten der gleichen Menschenwürde und des gleichen Rechtes aller Menschen auf Entfaltung ihrer Persönlichkeit ausgegangen.

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Elemente des CO

CO bietet im professionellen wie im Sektor „freiwilliger“ Arbeit ein Repertoir von grundsätzlichen Handlungsorientierungen, Strategien und Methoden und einzelnen Techniken, die in den verschiedenen Kontexten genutzt und weiter entfaltet werden können. Diese sind nicht immer auf den Bereich des CO begrenzt, sondern es sind oft Formen des effektiveren und für die Aktiven selbst mit mehr Freude verbundenen Handelns in Gruppen und Organisationen, wie sie z.B. im „Citizens Handbook“ zusammen gestellt (siehe Kap.10) sind oder von der Midwest Academy  gelehrt werden (siehe Kap.9).

„Es geht um die Macht.“

Ein solcher Satz geht uns schwer über die Lippen, weil wir lieber sagen würden, es ginge um „Überzeugung“ oder um „das Recht“ oder um die „Moral“. Aber es geht eben auch um Macht. Macht in einem doppelten und spannungsreichen Verständnis: Um Macht, seinen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen - das Machtverständnis der Tradition von Max Weber - und Macht als die Fähigkeit, sich mit anderen zusammen zu schließen, und im Einvernehmen mit ihnen zu handeln - so die Position von Hannah Arendt.

Als eine der eindrucksvollsten Übungen beim CO-Training, die wir 1994 von Ed Shurna und Don Elder erinnere ich die Arbeit an der Frage „When have you felt powerfull as a person or as a part of a group?“, weil sie das persönliche Erleben direkt mit dem politischen Bewirken in Verbindung brachte.

Ein Instrument des CO ist die Machtanalyse (vgl. Kap.9) Erforschen, wer in einem Kontext Macht hat, das zu geben, was wir fordern- und heraus finden, auf welchem Weg dieser beeinflussbar ist, dies auch zu tun. Machtanalyse ist eine schwierige Aufgabe und es eben bei weitem nicht immer „der eine“ ist, der entscheidet- und trotzdem führt die Machtanalyse immer auch auf Personen hin, die für ihr Handeln verantwortlich sind und gemacht werden können.

Das zweite Instrument ist etwas, was wir in den sozialen Berufen üblicherweise der Einzelfallhilfe zurechnen würden, nämlich das direkte Zweiergespräch von Angesicht zu Angesicht (vgl. Kap.6 zur IAF); - hier als wesentlicher Schritt zum Aufbau von machtvollen öffentlichen Beziehungen, weil gemeinschaftliches Handeln nur dann nachhaltig sein kann, wenn es aus dem entsteht, was die Menschen wirklich tief bewegt und die entstandene „öffentliche Beziehung“ auch über Probleme, Krisen und lange Zeitspannen trägt. Direkte Zweiergespräche - eigentlich ein einfacher Vorgang, der aber erlernt werden muss, wenn wir nicht in die Diskussion, in die Therapie oder ins Plaudern abgleiten wollen.

Das dritte Instrument ist die Aktion, die der Öffentlichkeit und den Personen, von denen man etwas will,  die Macht der Gruppe oder Organisation zeigt. Das kann die große Zahl von klar auftretenden Menschen sein, aber auch das Arrangement einer Sitzung, wie es bei der „accountability session“ der Midwest Academy demonstriert wird.

„Auf die eigenen Ressourcen vertrauen“

Natürlich gäbe es keine Notwendigkeit für die Entwicklung von Community Organizing, wenn es nicht Probleme gäbe, die sich nicht allein mit den eigenen Mitteln verändern lassen. Dennoch halte ich den Blick auf die vorhandenen Ressourcen, die Mobilisierung der Möglichkeiten, die schon da sind, für einen zentralen Ansatzpunkt (vgl.Kap.11 „Von Innen nach Außen“). Denn die Alternative ist der der Schneewittchenruf der Institutionen, Interessenvertreter und politischen Gremien „Spieglein, Spieglein an der Wand, welches Gebiet ist das benachteiligste im ganzen Land?“, mit dem um den amtlichen Stempel für ein Quartier „mit besonderem Entwicklungsbedarf“ gebettelt wird. Und eine Demonstration der Hilflosigkeit macht vor allem die Menschen selbst hilflos.

Meines Erachtens ist CO im Kern die Mobilisierung von vorhandenen Ressourcen bei den Menschen, den Gruppen und Institutionen und die Entwicklung der eigenen sichtbaren Mächtigkeit. Diese ist die Basis, auf „gleicher Augenhöhe“ Forderungen zu stellen und nicht als Bittsteller aufzutreten, Forderungen nach dem, worauf es Menschenrechte, Bürgerrechte und Soziale Rechte gibt.

Strittig und nicht einfach zu beantworten ist die Frage der finanziellen Unabhängigkeit. In Deutschland gab es schon einmal eine heftige Debatte um städtisch, kirchlich und gemischt finanzierte Gemeinwesenprojekte. Letztlich sagte die Finanzierung alleine nicht viel darüber aus, ob die Akteure vor Ort- BürgerInnen wie Professionelle- eigenständig agieren konnten oder nicht.  Ähnlich ergebnisoffen blieb eine jüngst geführte amerikanische Diskussion in Comm-Org dazu (vgl. Kap.2- CO in den USA). Es gibt viele Formen der Unabhängigkeit und selbst ACORN (vgl. Kap.7), das in seiner direkten Organisationsarbeit von den persönlichen Mitgliedern finanziert wird, hat auch Arbeitszweige, in denen staatliche Programme umgesetzt werden.

Mit erscheint als wichtig:

-          zu sichern, dass die politische Richtungsbestimmung tatsächlich bei BürgerInnen aus der Community liegt, die für diese Arbeit nicht bezahlt werden;

-          gut ist es, wenn es viele finanzielle Quellen gibt, so dass die Arbeit weder von einer Stadt, noch einer Kirche, noch einer Stiftung abhängig ist.

„Die Organisation- das sind die Menschen“

Eine BürgerInnnorganisation ist im Kern das Geflecht der Menschen, die sich in ihr zusammen schließen. Sie gehen untereinander und nach außen hin „öffentliche Beziehungen“ in. Der Beziehungsaufbau, „Leute zu gewinnen“ und „Leute zu behalten“ (vgl. Kap.10- Citizens Handbook), ist deshalb ein notweniger und bewusster Vorgang.

Ebenso bewusst geht CO mit der Frage nach Führungspersonen um. Führungspersonen um. Führungspersonen sind nicht die, die herrschen und anderen ihren Willen aufzwingen, sondern „mover and shaker“, Menschen, die etwas und andere bewegen und aufrütteln. Es geht um die Identifizierung, Entwicklung und das auch persönliche Wachstum der Führungspersonen.

In deutschen Bürgerinitiativen ebenso wie in der Gemeinwesenarbeit sprechen wir kaum von Führungspersonen, geschweige denn von Führern und Führerinnen. Wir wollen zu Recht keine Machtzusammenballung, aber ohne die Identifikation von "Leadern" geschieht oft genug Konzentration der Entscheidungen in den Händen einiger weniger oder öfters noch bei den Professionellen. Nur der gezielte Aufbau von "Leadership" führt dazu, dass die BürgerInnen nicht nur "beteiligt" werden, sondern wirklich die Richtung bestimmen. Aufbau von Leadership bedeutet nicht bloß das Finden von potenziellen Leadern, sondern auch ihr Training und die Begleitung des persönlichen Wachstums der Leader.

Alinsky bezeichnet einmal die Leader als die „Telefonnummer des Volkes“; nur soweit wir Leader aus den unterschiedlichen Gruppen der Betroffenen, z.B. auch der Jugend, oder auch den MigrantInnen, in eine Organisation aktiv einbeziehen, kann die Organisation auch mit diesen Gruppen zusammen arbeiten.

 „Wir definieren die Themen“

Als mächtig erweist sich in unserer Gesellschaft immer weniger der, der Entscheidungen über Lösungen trifft, sondern der, der die Probleme definiert und damit die politische Agenda bestimmt (vgl. Kap.4. zu „Predatory Lending“). Ein Beispiel: Es ist eine „großartige“ Leistung der Wirtschaftsliberalen in Parteien und Medien, „zu hohe Steuern“ als Hauptproblem der wirtschaftlichen Entwicklung zu definieren, obwohl die Folgen von geringeren Staatseinnahmen etwa im sozialen und Bildungsbereich für die meisten BürgerInnen viel gravierender ins Gewicht fallen als die Steuerentlastungen, die sie selbst vielleicht bekommen können.

Die Leistung des Organizing wird in einer sehr knappen Definition von Valocchi zusammen gefasst: „persönliche, individuelle Probleme in öffentliche Streitthemen (Issues) verwandeln“ (www.trincoll.edu/depts/tcn/valocchi.htm ). CO hat die wesentliche Funktion, die Probleme, die die Menschen unmittelbar berühren, wirksam in diese öffentliche Sphäre einzubringen, ihnen einen Rahmen zu geben („Framing“[3]).

CO in den USA setzt mit der Schaffung von öffentlichen und zugleich persönlichen Beziehungen, mit Treffen im Wohnblock und der Community und mit Aktionen vor Ort gerade an dieser Schnittstelle von Privatem und Öffentlichem an und geht von den Erfahrungen aus, die Menschen z.B. konkret mit der Reduzierung von öffentlichen Dienstleistungen machen, um damit einen „Gegen-Frame“ zu setzen, der z.B. Steuersenkungen als Geschenk an die Reichen anprangert.

„Wir schaffen uns Erfolge“- Strategisches Arbeiten

Gerade in Bürgergruppen vor Ort haben wir Vorstellungen, was wir wollen oder auch verhindern wollen, wir haben viele Ideen, was man machen könnte. Das, was uns oft fehlt, ist die Strategie, in der Aktionen und Ziele miteinander verbunden sind. Erfolge erscheinen so letztlich als zufällig und schon gar nicht planbar.

CO macht deutlich, dass die Chancen für Erfolge bewusst erhöht werden können: durch die überlegte Auswahl von Themen, durch eine fundierte Macht- und Ressourcenanalyse, durch gezielten Aufbau von Leadership, die systematische Mobilisierung von Menschen und die sorgfältige Vorbereitung und Gestaltung von Aktionen. Ein gutes Beispiel für einen strategischen Ansatz gibt die „Strategy-Card“ der Midwest Academy (vgl. Kap.9).

Von wesentlicher Bedeutung erscheint mir auch, dass Erfolge ebenso wie Niederlagen ausgewertet werden können. Denn “happenings become experiences, when they are digested, when they are reflected on, related to general pattems, and synthesized”(Alinsky): Ereignisse werden zu Erfahrungen, wenn sie verdaut, reflektiert, auf generelle Muster bezogen und zusammengefügt werden.

„Community Organizing ist lernbar und lehrbar“

Es hat ja schon begonnen: Eine besondere Erfahrung für die, die sich um CO bemühen, waren die Trainings, die die amerikanischen Organizer mit uns durchgeführt haben oder einige auch in den USA z.B. bei IAF erlebt haben. Mitglieder von foco und von Aufbruch bieten Trainings an, an Hochschulen integrieren wir in Seminare praktische Übungen, es gibt Beratungen für Gruppen, die vor Ort arbeiten.

Keine Frage, diese "ideale OrganizerIn" oder der „ideale Leader“ ist nicht das Produkt eines sorgfältig ausgefeilten Curriculums, sei es ein 10-Tage-Trainings oder eines Studiengangs an einer Hochschule. Aber die notwendigen Qualifikationen sind auch keine Eigenschaften, die angeboren sind oder  vom Himmel fallen. Leadership und Organizing mag auch eine Begabung sein, aber es ist auch etwas, wo man sich bewusst und gezielt weiter entwickeln kann. Dabei ist Lernen immer die Verknüpfung von Wissen und konkreten praktischen Erfahrungen; wie ich versucht habe zu zeigen, verfügen wir auch in Deutschland , wo es keine Tradition eines elaborierten Community Organizing gibt, über eine Vielfalt von möglichen Erfahrungsfeldern, an denen und zu deren Entwicklung wir lernen können. (siehe hierzu auch Wolfgang Goedes Vorschlag im Rundbrief Dezember 2002 für einen „kommunalen Empowerment-Coach für CO“).

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Und jetzt? Die nächsten Schritte ….

Community Organizing bietet Ansatzpunkte für selbstbewusste Entwicklung von Demokratie und sozialer Gerechtigkeit durch die Bürgerinnen und Bürger selbst. Ich halte es für lohnenswert, sich in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen und Organisationen diese Ansatzpunkte anzueignen. Dafür kann es unterschiedliche Wege geben, die teils nebeneinander, teils miteinander, vielleicht auch im  Wettbewerb zueinander verlaufen. Wünschenswert ist es für mich, dass am Dialog miteinander gearbeitet wird und an der wechselseitigen Unterstützung.

Als Aufgaben von foco sehe ich es an,

-          mehr Wissen über CO und Erfahrung zu CO zu erwerben,

-          Wissen und Diskussionen dazu über verschiedene Kanäle (Internet, Hochschulen, Organisationen) zu verbreitern,

-          um Wege zum CO in Deutschland zu ringen und vor allem

-          die Praxis, in der wir selbst tätig sind oder die wir kennen lernen, daraufhin zu befragen, welche Elemente von CO in ihr enthalten sind, welche Wirkungen diese erreichen und wie sie vielleicht weiter zu fördern sind.

 

Meine Hoffnung ist, dass zwischen den verschiedenen Ansätzen, Community Organizing zu entwickeln, Netzwerke der wechselseitigen Unterstützung und regionale Verbünde und Kompetenzzentren für Training und kollegiale Beratung entstehen, Brücken zwischen Wissenschaft und Praxis aufgebaut werden, damit handlungsmächtige soziale Beziehungen gestärkt werden, BürgerInnen selbst mehr Macht gewinnen und spüren und soziale Gerechtigkeit in die Lebenswelt der  Menschen einzieht.

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Literatur

Hinweise auf CO in deutschen Quellen

Aktion Sühnezeichen /Friedensdienste, Über Wolfgang Goedes Erfahrungen mit CO in den USA
http://www.asf-ev.de/zeichen/98-3-06.shtml

Aufbruch - Broad Based Community Organizing in Deutschland e.V., Ankündigung eines Einführungskurses
http://www.mitarbeit.de/veranstaltungen/2003/ver_einfuehrungskurs_community_organizing.html

Baldas, Eugen / Schwalb, Helmut / Tzscheetzsch,Werner (Hrsg.): Freiwilligentätigkeit gestaltet Europa: Kooperation in Theorie und Praxis. Freiburg: Lambertus Verlag 2001, Darin ein Aufsatz von Leo Penta zu CO, der vom Verlag angekündigt wird:

Leo J. Penta geht es um Kirchen als Akteure in der Zivilgesellschaft und hier um internationale Aspekte. Es geht um Beispiele aus der Arbeit in sozialen Brennpunkten, um das spezifische Potenzial von gemeindlicher Arbeit und von community organizing (CO) und um deren Verhältnis. Er beschreibt eine amerikanische Sonderform des community organizing, das faith-based CO und macht nachvollziehbar, wie entschieden, wirkungsvoll, parteilich diese Form lokaler Basisbeteiligung ist.

http://www.klinkhardt.de/EWR/78411381.htm

Beck, Detlef, CO als eine Form von „konstruktiver Konfliktkultur“
http://www.learn-line.nrw.de/angebote/konfliktkultur/medio/literatur/lit-g-frei.html

Doll, Michaela 1994: Video: Community Organizing- das San Francisco Organizing Project" (SFOP), Rechberghausen

Eberhard, Ulla/ Josters, Monika/ milan/ Schöffmann, Dieter/ Wattler-Kugler, Peter: Umbruch- Bildungswerk für gewaltfreie Veränderung, 1998, Organizer-Spirale, Eine Anleitung zum Mächtig-Werden, für Kampagnen, Initiativen, Projekte, Bonn, http://www.umbruch-bildungswerk.de/

Eberhard, Ulla/ Josters, Monika/ milan/ Schöffmann, Dieter/ Wattler-Kugler, Peter : Instrumentarien politischen Organisierens, Weiterführende Materialien zur Organizer-Spirale , Köln 1999, http://www.umbruch-bildungswerk.de/  

Eul,  Arno, Über Nichtregierungs­organisationen, http://www.wusgermany.de/stube/seminare/bericht/arno-eul.htm

Forum Community Organizing, www.fo-co.info und www.forum-community-organizing.de 

FOrum für Community Organizing (FOCO) (Hg.) 1995: Videoreihe: Training in Community Organizing- mit Begleitheft, o.O.

foco- Rundbriefe, seit 1995

Forward to the roots, Community Organizing, hrg, von FOCO, 1996 (deutsch)

Goede, Wolfgang,  Texte zur Bürgerdemokratie und zu CO, http://www.casa-luz.de/co/index.htm

Gossner Mission, Bericht zu Organizing in Berlin- Oberschoeneweide www.gossner-mission.de/gmi2001_3/aktuell5.html

Hinte, Wolfgang/  Lüttinghaus, Maria/ Oelschlägel, Dieter, 2002, Grundlagen und Standards der Gemeinwesenarbeit,

Hochschule für Soziale Arbeit, Nachdiplomkurs: Handeln im öffentlichen Raum, u.a. Community Organizing
http://www.hssaz.ch/nachdiplom/handeln_im_oeff_raum.pdf

Husar,  Arndt, Bericht über freiwillige Arbeit im CO in Chicago 1998-2000 im Rahmen der Aktion Sühnezeichen, http://www.arndt.husar.org/peace.htm

Institut für Internationale Zusammenarbeit des Deutschen Volkshochschul-Verbandes e.V., Kooperation in Malaysia mit dem Southeast Asia Popular Communications Programme (SEAPCP).
http://www.iiz-dvv.de/deutsch/JB2001/asien.htm

Letsch,  Fritz,  CO als Arbeitsform der „queer community“ in München, home.t-online.de/home/fritz.letsch/queer.htm

Letsch, Fritz, Theaterpädagogik und Community Organizing, home.t-online.de/home/fritz.letsch/entwurf.htm

Marga Mittenhuber, Thilo Klöck, Internetseite der AG SPAK http://www.agspak.de/gemeinwesenarbeit.htm

Mohrlok,Marion/ Neubauer, Michaela/ Neubauer, Raier/ Schönfelder,Walter 1993: Let`s organize! Gemeinwesenarbeit und Community Organization im Vergleich, München

Müller, Steffen, 29 Ways to Organize Money, Beispiele aus den USA, www.ehrenamt.de/sec4/item3c.htm

Prauser, Wolfgang,  Umfangreiche Seite zur Stadtteilarbeit, www.stadtteilarbeit.de/

Projekt Lothar Stock, Beschreibung von CO, http://projekte.sozwes.htwk-leipzig.de/Innovative_A/M_Community_Organizing.htm

Rathaus Bonn, Bei einer Ausstellung wurde ein CO als ein „Mitmachangebot“ vorgestellt, http://www.bonn.de/rathaus/stadtplanungsamt/03_mitwirkung/agenda21/projekte/buerger.html

Rothschuh,  Michael, Texte zum Community Organizing, rothschuh.bei-t-online.de/c_0.htm  

Schirmer, Michael, Straßenkindheit in ausgewählten westafrikanischen Metropolen, Eine Herausforderung für die Praxis Sozialer Arbeit, Diplomarbeit Uni Tübingen (1997)
http://www.fh-potsdam.de/~Sozwes/projekte/PmP/DA_Schirmer/schirmer.htm

TAZ über CO in Hamburg St Georg, http://www.taz.de/pt/2002/07/06/a0318.nf/text.ges,1

TU Berlin Die Historische Entwicklung der Gemeinwesenarbeit, 1970-1980
http://www.tu-berlin.de/fb2/sozpaed/tps/1970gwa.html

USAble, Bericht über CO in Hamburg St. Georg, http://www.helpev.de/dokumente/USable.htm

USAble, USAble fördert mit der Körber-Stiftung Projekte des CO in Berlin-Oberschöneweide und Hamburg  http://www.stiftung.koerber.de/wettbewerbe/usable/aktuelles/nl2002/nl_02_2002.html

Wagner,  Heiderose/ Kubicek Herbert „Community Networks und der Information Highway, www.fgtk.informatik.uni-bremen.de/website/deutsch/downloads/CommunityNetworks/inhalt.htmll und
www.nicoladoering.net/Hogrefe/wagner.htm 

„Die lokale "Community" stellt einen wichtigen Fluchtpunkt des amerikanischen sozialen und politischen Lebens dar…;  Siedlungsgeschichte der U.S.A. …, bei der zuerst lokale Gemeinschaften aufgebaut wurden, danach erst Regierungen und öffentliche Verwaltungen, … "Communities before Government" (1965). …. Vor diesem Hintergrund wurde das Konzept des "Community Organizing" entwickelt. Damit ist das Knüpfen von Kontakten und Verbindungen zwischen Gruppen und Individuen auf lokaler Ebene mit dem Ziel des organisierten Informationsaustausches, der kollektiven Erörterung lokaler Geschehnisse, der Organisation gesellschaftlicher und sozialer Aktivitäten sowie der politischen Durchsetzung gemeinsamer Interessen gemeint …Die Begriffe "Community Organizing" und "Community Networking" werden nun zunehmend synonym verwendet. Sobald Computer für soziale Bewegungen erschwinglich sind, werden sie in vielfältiger Form für das "Community Organizing" eingesetzt.“

Waller,  Heiko: Gesundheitsförderung durch Gemeinwesenarbeit, Projekte der Community Organising und Community Building for Health, http://www.fh-lueneburg.de/forber/swa2.htm

Wegweiser Bürgergesellschaft, Darstellung des CO als Methode der Bürgerbeteiligung in einem Internet-Wegweiser der Stiftung Mitarbeit, http://www.wegweiser-buergergesellschaft.de/politische_teilhabe/modelle_methoden/beispiele/community_organizing.php

Z_newsletter von Z_ GmbH, Büro für Zukunftsgestaltung in Zusammenarbeit mit der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen in Salzburg, Hinweis auf www.fo-co.info, http://www.east.isi.edu/~rriley/ZPunkt/z-newsletter2002-04.pdf

Weitere Literatur

CDU- Präsidiumskommission, Vorsitz: Merkel, Angela, Neue Soziale Marktwirtschaft, 2001, S. 26

Ehrenreich, Barbara, Armut poor, 2001

Gutachten im Auftrag der Unabhängigen Kommission „Zuwanderung“ von Prof. Dr. Hartmut Häußermann, Humboldt-Universität zu Berlin Prof. Dr. Walter Siebel, Carl von Ossietzky-Universität, Oldenburg Berlin/Oldenburg, März 2001

Häußermann, Hartmut, 2000:  Die Krise der „sozialen Stadt“, Aus Politik und Zeitgeschichte, März 2000, S. 13-21

Hellmann, Kai-Uwe/ Koopmans, Ruud (Hrsg.) 1998: Paradigmen der Bewegungsforschung, Opladen, Wiesbaden (Westdeutscher Verlag) 1998

Schetsche, Michael: Die Karriere sozialer Probleme. Soziologische Einführung. , (München: Oldenbourg 1996)

Schaaf, H.J. (2002) Wie werden Bewohnerschaften zu handlungsfähigen Akteuren und welchen Beitrag können sie im Rahmen des Erneuerungsprozesses leisten? , www.stadtteilarbeit.de/seiten/projekte/dueren/handlungsfaehige_akteure.htm

 


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[1] Michael Rothschuh, Szenen des Community Organizing in den USA, Neufassung März 2003, http://www.fo-co.info/CO_in_Nordamerika_de.pdf . Bei Verweisen auf ein Kapitel meine ich im folgenden diesen Text.

[2] so äußert sogar die CDU mit Hinweis auf die Erfahrungen mit der britischen Bahn und der Energieversorgung in Kalifornien Bedenken gegen eine nicht gegen die Folgen abgesicherte Privatisierung von Einrichtungen wie der Bahn (CDU- Präsidiumskommission, Vorsitz: Merkel, Angela, Neue Soziale Marktwirtschaft, 2001, S. 26)

[3] vg. dazu Hellmann, 1998, sowie Schetsche, 1996 zur „Karriere sozialer Probleme“

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