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Stand: 16.02.2008

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Michael Rothschuh
Kleiner Wegweiser zum
"Community Organizing, aktualisiert 2007
 

 

Was ist Community Organizing?...............................................................................................

Rezeption des Community Organizing in Deutschland............................................................

Vorschau auf die folgenden Kapitel..........................................................................................

Anmerkung zur Übersetzung und den Begriffen......................................................................

 

Was ist Community Organizing?

Es gibt ungezählte Gruppen von Menschen, die sich selbst organisieren: Menschen, die sich gegenseitig unterstützen, die Freizeit miteinander verbringen oder gemeinsam ihren Interessen nachgehen wollen. Es gibt viele Projekte, in denen es um die Verbesserung der Lebenslage in den Nachbarschaften und Stadtteilen geht. Und es gibt Organisationen, die für ihre Ziele politischen Einfluss und Macht erringen wollen.

Beim Community Organizing (CO) geht es auch um all dieses, aber es ist eine besondere Art der Organisation und Selbstorganisation von Menschen, die hier vorgestellt werden soll:

Organizing bezeichnet den Prozess, in dem Menschen sich im gemeinsamen Handeln formelle oder informelle Organisationen schaffen,

-          um die Machtbalance zu verändern zugunsten derer, die in wenig Macht haben, weil sie weder über viel Geld noch über machtvolle Institutionen verfügen,

-          um spürbare und konkrete Verbesserungen für die Menschen zu erreichen,

-          und dabei Beziehungen untereinander und nach außen entwickeln.

Sie erforschen die Probleme, wählen konkrete Themen aus, die sie angehen wollen, entwickeln dafür Strategien und Taktiken, und führen Kampagnen und Aktionen für ihre Ziele durch.

In diesem Prozess entwickeln sie Führungsqualifikationen, verbreitern und vertiefen die Mitgliederbasis, und schaffen „handlungs-mächtige“ Beziehungen. So sichern sie sich einen Platz am Verhandlungstisch mit den Inhabern der Macht – auf gleicher Augenhöhe. Dieser Prozess kann in Selbstorganisation der BürgerInnen geschehen, bedarf oft aber auch der Unterstützung durch professionelle Berater und Anleiter, durch „Organizer“. 

Beim Community Organizing geht es zunächst um die Nachbarschaft, den Stadtteil, das Dorf, die Stadt, die Gemeinde, die Hochschule, das „Gemeinwesen“ – all dies nicht nur als räumliche Einheit verstanden, sondern als ein sozialer Raum von Beziehungen. Die Entwicklung von Kompetenzen, die Wirksamkeit der Organisationen sowie ihre Reichweite kann gestärkt werden durch die Bildung von Netzwerken.

Für Probleme, die lokal, regional, national und global angepackt werden müssen, wenn Frieden, Menschenrechte und soziale Rechte Wirklichkeit werden sollen, werden auf der Basis der entwickelten handlungsmächtigen Beziehungen Koalitionen zwischen Gruppen und Organisationen gebildet.


 

Dieses Schaubild kann vielleicht die Dimensionen des CO verdeutlichen: Durch den Aufbau von dauerhaften Bürgerorganisationen werden die Machtbeziehungen verändert und zugleich konkrete Verbesserungen der Lebenslage erreicht. Die Entwicklung von sozialen Beziehungen und Netzwerken ist der Nährstoff für diesen Prozess.

Community Organizing hat sich in der Mitte des 20. Jahrhunderts in einigen Großstädten der USA, insbesondere Chicago, entwickelt und hat sich dort bis heute am stärksten profiliert und auch differenziert. Dort sind auf der Grundlage der spezifischen Geschichte amerikanischer Großstädte wirkungsmächtige Gruppen und Bürgerorganisationen vor Ort entstanden ebenso wie Netzwerke, Fachinstitutionen und Koalitionen, die regional und auf der Ebene der Vereinigten Staaten agieren, manchmal auch in anderen Ländern außerhalb Nordamerikas.

Rezeption des Community Organizing in Deutschland

Community Organizing ist aber nicht auf die USA begrenzt. Vergleichbares finden wir auch bei uns, nur eben kaum unter diesem Begriff. So kann beispielsweise ein „Bürgerverein“ eine Gruppe von Menschen sein, die zufrieden sind mit ihrem Stadtteil und gerne Traditionspflege betreiben, er kann aber auch eine Organisation von Menschen sein, die im Sinne des Community Organizing über soziale Ungerechtigkeiten wütend sind und deshalb öffentliche Beziehungen aufbauen und eine machtvolle Organisation entwickeln.

Über Community Organizing ist in Deutschland vor allem innerhalb der Sozialarbeit und deren Ausbildung mehreren „Wellen“ diskutiert worden. In den 70er Jahren erschien CO als der „radikalste“ Ansatz der Gemeinwesenarbeit. Stichworte dazu waren:

-          die Schriften Alinskys, der als Vater des CO gilt, jemand, der sich selbst als „Radikalen“ bezeichnete, was allerdings in den USA etwas anderes bedeutete als in Deutschland;

-          große, oft witzige und überraschende Aktionen mit Überschreitung von herkömmlichen Regeln oder auch Gesetzen („disruptive Taktiken“);

-          basisdemokratische Opposition zu der herrschenden Politik, gekennzeichnet mit dem Stichwort „make democracy work“;

-          Unabhängigkeit, vor allem im finanziellen Bereich, insbesondere Unabhängigkeit vom Staat;

-          Organizer, die nicht ihr eigenes Ding machen, sondern das, was „das Volk“ will;

-          „Power to the people“: Aufbau von Gegenmacht für die Menschen, die nicht über Geld verfügen;

-          Stärkung von informellen Führungspersonen, den Leadern, als Verbindung zu der Basis.

Innerhalb der in Deutschland vorwiegend von Kommunen, Kirchen und freien Wohlfahrtsverbänden finanzierten Sozialarbeit und Gemeinwesenarbeit wurden diese Anstöße nur punktuell in einzelnen Projekten umgesetzt. Gleichzeitig aber entstanden „Neue Soziale Bewegungen“ wie die Studentenbewegung, Bürgerinitiativen, Frauenbewegung, und Schwulenbewegung, in denen sich viele Formen des Community Organizing wieder finden ließen In großstädtischen Stadtteilen entwickelten sich Auseinandersetzungen mit Hausbesetzungen und Sanierungsinitiativen, die oft mit ungewohnten Mitteln reale Veränderungen mit einer Veränderung von Machtbeziehungen innerhalb den Kommunen verknüpften.

Ab 1993 gab es in der Sozialarbeit eine neue Auseinandersetzung mit Community Organizing: eine Gruppe von vier Studierenden hatte sich aus Unzufriedenheit mit der deutschen Gemeinwesenarbeit, wie sie sie in Lehre und Praxis wahrnahmen, aufgemacht, um Community Organizing in den USA real kennen zu lernen und in Deutschland davon zu berichten. Anders als bei der 1970er Jahre- Rezeption ging es hierbei nicht vorrangig um die „Theorie“, die man über Bücher wahrgenommen hatte, sondern um die Praxis des Organizing. Dementsprechend organisierte eine Gruppe von jungen SozialarbeiterInnen, die sich um diesen Kern bildeten, eine Reihe von Trainings von amerikanischen Organizern für deutsche Interessierte. Der nächste Schritt war eine Reise in die USA, bei der Praxis im „Shadowing“ – also dem tagelangen Begleiten von Organizern – erlebt werden konnte. Daraus entstand das „Forum Community Organizing“ foco, das seither die Kommunikation unter Menschen, die in Deutschland an CO interessiert sind, ermöglicht.

2007 hat sich die Szene des Community Organizing erweitert: Es gibt jetzt nebeneinander bestehende Ansätze:
foco - nunmehr ganz zentral unterstützt durch Paul Cromwell, einen amerikanische Organizer aus den USA- qualifiziert, teilweise in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk, eine Reihe von Projekten in Deutschland bei der Entwicklung von Ansätzen des Community Organizing vorwiegend in bereits bestehenden Gemeinwesenprojekten und nimmt intensiv an Entwicklungen in der Europäischen Union teil

DICO - das von Leo Penta, Organizer der Industrial Areas Foundation und Professor an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin gegründete "Deutsche Institut für Community Organizing", das teilweise vom Deutschen Caritasverband koordiniert wird- baut auf in Berlin bestehenden Projekten auf und arbeitet in verschiedenen Städten Deutschlands.

Immerhin, ein Buch zum Community Organizing, an dem Mitglieder beider Gruppen mitarbeiten, ist für das Frühjahr 2007 geplant.

-Vorschau auf die folgenden Kapitel

Mir scheint ein neuer Blick nach Nordamerika als sinnvoll, in die USA, mit einem kleinen Ausflug zu seinem Nachbarn Kanada, mit der Frage, welche Szenen des Community Organizing dort zu finden sind. Dabei konzentriere ich mich auf eine „virtuelle Reise“, auf Blicke in einige der unüberschaubar vielen Web-Seiten des CO und in Diskussionen, die in Papieren und e-mail- Konferenzen geführt werden.

Die erste zentrale Quelle war für mich die COMM-ORG, die Online-Konferenz zu Community Organizing und Community Development, die von Professor Randy Stoecker von der Universität Wisconsin geleitet wird. Von dort aus erschließen sich eine Fülle von Organisationen, Zeitschriften, und verschiedenartigsten Aufsätzen und Berichten zum Community Organizing.

Ich will versuchen, anhand des Materials einige Grundstrukturen nachzuzeichnen und werde dann, sehr eng angelehnt an einzelne Texte, einige Organisationen und Ansätze vorstellen.

Viele wichtige Aspekte des CO werde ich in dieser Schrift allenfalls am Rande behandeln:

-          CO wird zum Teil auch weiter gefasst zum Beispiel bezogen auf Identitätsgruppen (wie Gays, Farbige, Minderheiten u.a.) oder auch auf virtuelle Communities wie die Gemeinde der Internet- Nutzer. Hier gibt es z.B. beim Organizing for Peace auch spannende Verbindungen zwischen virtueller Kommunikation und Treffen von Angesicht zu Angesicht[1].

-          Zu Alinsky und seiner herausragende Bedeutung hat Peter Szynka 2006 eine aktuelle Dissertation vorgelegt- Alinsky wird deshalb hier nicht entsprechend seiner Bedeutung gewürdigt.

-          Die konkrete Arbeit einer IAF- Organisation hat Marion Mohrlok in einem hervorragenden Bericht dargestellt[3].

-          Grundlegend zum CO ist immer noch das Buch M.Mohrlok, R. und M. Neubauer, W. Schöenfelder, München 1993

 

KAP 1     Zu Beginn stelle ich meine zentrale Quelle im Internet vor, die Online-Konferenz zu Community Organizing und Community Development von Randy Stoecker aus Wisconsin.

KAP.2     Community Organizing wird auch in den USA nicht eindeutig und einhellig verstanden und definiert. In diesem Kapitel versuche ich einen Überblick zum Verständnis von CO zu geben. Es gibt verschiedene Versuche, das große Feld des Organizing zum einen gegenüber anderen Formen der sozialen Veränderung abzugrenzen und zum anderen in seiner inneren Struktur zu erfassen. Dies kann geschehen durch die Unterscheidung der Organisationsformen, aber auch durch den Blick auf unterschiedliche Herangehensweisen. CO ist heute mit veränderten Bedingungen konfrontiert als in den 1970er Jahren und wandelt sich deshalb. Wohin, ist eine der Fragen in diesem Kapitel.

KAP.3     Einen guten Eindruck vom CO der 70er und 80er Jahre geben die kleinen Handbücher von Shel Trapp, einem kämpferischen Mann, der als führender Organizer von den 1960er Jahren bis heute arbeitete.

KAP.4a     Judy Hertz hat in einer Studie beispielhafte Fallbeispielen des Community Organizing in dem Umfeld von Chicago aus den 1990er Jahren dargestellt. Hier lässt sich viel erfahren über die Kernthemen, mit denen CO derzeit vor allem zu tun hat, über Strategien und Taktiken und über die Organisationen sowie die Arbeitweise der Organizer.

KAP. 4b  Education Organizing ist die Anwendung des Community Organizing auf den Bildungsbereich. Die Wirksamkeit des CO gerade im verhältnis zu anderen Formen der "Beteiligung" lässt sich hier besonders gut erkennen.

KAP.5     „Community“ hat ähnlich wie der deutsche Begriff der „Gemeinde“ auch Wurzeln im religiösen Bereich. Religiöse Gemeinden sind in besonderer Weise auf das Gemeinschaftsleben ihrer Mitglieder bezogen. So war es das „Neue“ des Community- Organizing- Ansatzes, dass die religiösen Gemeinden sich zum einen bewusst auf die soziale Community auch außerhalb ihrer eigenen Gemeinschaft bezogen haben und zum anderen für das Gemeinsame der verschiedenen Institutionen Beziehungen geknüpft haben: unter den Konfessionen, den Religionen und darüber hinaus zu Arbeitnehmergruppen, Gewerkschaften und Bürgerorganisationen. Das professionell angeleitete „Faith Based Community Organizing (FBCO)“ ist in einer jüngeren Studie am Ende des 20. Jhd. grundlegend untersucht worden; die Ergebnisse sollen hier zusammen gefasst werden.

KAP.6     Im Faith Based Community Organizing gibt es örtliche und regionale Community Organisationen, die von verschiedenen Gemeinden und anderen Institutionen gebildet werden. Diese wiederum gehören häufig zu einem der großen Netzwerke des Community Organizing, die vor allem Anleitung, Training und Koordination quer über das Land leisten. Die Industrial Areas Foundation (IAF), die von einem Bischof, GewerkschaftsvertreterInnen und Saul Alinsky gemeinsam gegründet wurde, hat eine herausragende Bedeutung innerhalb des FBCO, insbesondere durch den Aufbau von öffentlichen Beziehungen und die Förderung einer sehr bewussten Leadership (Führerschaft).

KAP.7     Ganz anders als die FBCO arbeiten Community Organisationen, die unmittelbar die BürgerInnen vor Ort als Mitglieder haben. Wie viele Organisationen es jeweils an den einzelnen Orten gibt, weiß wohl niemand genau. Als in ihrer Bedeutung einzigartige ortsübergreifende Bürgervereinigung hat sich ACORN entwickelt, die „Association of Community Organizations for Reform Now“ mit nunmehr  über 160.000 Mitgliedsfamilien mit geringem oder mäßigem Einkommen.

KAP.8     Heidi Swarts hat den schwierigen Versuch unternommen, die verschiedenen Formen des CO auf ihre unterschiedliche Wirksamkeit hin zu untersuchen, vor allem also ACORN und die religionsbasierten Community Organisationen. Ihre Ergebnisse beschreiben zugleich Anforderungen für eine künftige erfolgreiche Entwicklung von CO.

KAP.9     Der Prozess des Community Organizing braucht bewusste Menschen mit Kenntnissen und Fähigkeiten, die erlernt werden müssen und auch können. Deshalb haben viele Institutionen sich auf das Erlernen von „Skills“ für hauptberufliche oder auch freiwillig arbeitende Organizer konzentriert. Ein sehr fundierter Ansatz wird von der Midwest Academy in Chicago angeboten, die nicht nur für lokal engagierte Gruppen Trainings durchführt, sondern auch für spezifische Gruppen mit gemeinsamen Interessen, wie z.B. behinderte Menschen.

KAP.10    Community Organisation findet auch als Selbstorganisation der BürgerInnen statt, die (zunächst) ohne Professionelle arbeiten. Diese selbst organisierte Gruppen machen oft die gleichen Fehler; deshalb ist es gut, dass Erfahrungen des CO aufgearbeitet sind in Anleitungen und Handbüchern, die von den BürgerInnen selbst unmittelbar verwendet werden können. Ein Online-Handbuch für Bürger, das „Citizen’s Handbook“, das in Vancouver in Kanada entwickelt wird, gibt eine Fülle von Anregungen, CO „do-it-yourself“ zu betreiben.

KAP.11    Community Organizing hat als Zentrum die Entwicklung von Bürgermacht, Community Development mehr den sozialen, den baulichen sowie den ökonomischen Aufbau der Communities. Asset Based Community Develeopment (ABCD), von Kretzmann und McKnight entwickelt, ist eine Organisation im Grenzbereich zwischen Community Organizing und Community Development. Ihr Ziel ist es, die Aktiva der Community, und zwar möglichst aller Mitglieder und Organisationen in der Community, zur Geltung zu bringen und die Community „von innen nach außen“ aufzubauen.

KAP.12    In der Art eines Exkurses stelle ich den Ansatz des Aspen- Instituts zur Evaluation von Projekten der Community vor: Welchen Nutzen hat eine „Theorie der Veränderung“ für den Aufbau, die Entwicklung und den Erfolg der Arbeit? Eine Evaluation des Aspen- Instituts hatten wir schon in Kapitel 8 mit dem Ansatz von Heidi Swarts kennen gelernt.

KAP.13    Zu den spannendsten Fragen gehört natürlich, wieweit CO in Deutschland realisiert wird oder realisiert werden kann. Dieses Kapitel ist vor allem ein Appell zur Diskussion. (Dieses Kapitel ist noch zu aktualisieren.)

KAP.14    Hier führe ich die in den Texten verwendeten Quellen auf, insb. die Internet- Adressen und ergänze diese teilweise um einige weiter führende Materialien oder Organisationen, gelegentlich mit einigen Erläuterungen (Dieses Kapitel ist noch zu aktualisieren.).

Anmerkung zur Übersetzung und den Begriffen

Ich habe versucht, die Texte so zu übertragen, dass der Sinn möglichst genau wieder gegeben wird, die Übertragung aber lesbar bleibt. Es ist keine professionelle Übersetzung, eher eine Paraphrasierung, bei der ich auch Auslassungen nicht immer gekennzeichnet habe. Für wissenschaftliche Zwecke ist die Heranziehung des Originals unbedingt erforderlich; die Originale sind fast alle über das Internet verfügbar.

Jede Übersetzung verändert auch immer den Sinn; vor allem natürlich, wenn sie wie in diesem Fall von jemandem stammt, der nicht beruflich mit Sprachen zu tun hat. Wenn wir Texte des CO in das Deutsche übertragen wollen, kommt ein Problem hinzu: Wir werden mit Begriffen konfrontiert die zu übersetzen uns schwer fällt, weil sie auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Erfahrungen, Strukturen und Realitäten beruhen[4].

Insbesondere gilt dies für die nachfolgenden Begriffe, die ich in den Texten unterschiedlich übersetzt oder gelegentlich, wie vor allem die Worte „Community“ und „Organizing“ im amerikanischen Original belassen habe.

 

Langenscheidt Taschen- bzw. Hand­wörterbuch

Longman Dictionary (online)

Sinn

Community[5]

Gemeinschaft, Gemeinde

Gemeinwesen

Gemeinsamheit

Gleichheit

People

Particular group (sense of community that you belong to a group)

Group who share the same nationality or religion, sexual orientation

Community society and the people in

Community meint in diesem Zusammenhang vorrangig die örtliche Nachbarschaft, Gemeinde, das Quartier oder den Stadtteil. Community beinhaltet mehr als die politische Gemeinde; erinnert wird z.T. an die frühere Verbindung von religiöser Gemeinde und örtlicher Nachbarschaft.

 

Leader

Führer,

Leiter, Vorsitzender, Anführer

In control: who directs a team

Race (beim Wettbewerb)

Market leader

Musical

 

Gemeint können formelle Leiter z.B. einer Kirchengemeinde sein, aber (mehrheitlich) auch informelle Führungspersonen, die nicht formell gewählt sind, und zugleich „Autorität“ haben; teilweise Anklänge an den charismatischen Führerbegriff der Jugendbewegung. Auch in Amerika gibt es seit den 60er Jahren erhebliche Vorbehalte gegen „Führer“, aber sie haben weniger tiefe Wurzeln als in Deutschland, wo es eben auch historische Verbindungen vom charismatischen Führer der Jugendbewegung zum NS-Führer gibt.

Organizer

Organisator, Veranstalter,

Someone who organize something

Weniger „bürokratisch“ verstanden als bei uns, mehr auf Entwicklung von Führungspersonen und von Beziehungen bezogen, aber durchaus mit dem Ziel einer dauerhaften machtvollen Organisation.

Community Organizing/ organising

Organisieren,

sich organisieren

in ein System bringen

(gewerkschaftlich) organisieren

Make the necessary arrangement so that an activity can happen

To arrange information, work, a group so that it works correctly

To form a trade union or persuade people to join one

Es kann die Entwicklung einer „Organisation“ gemeint sein, aber auch der Prozess der Selbstorganisation von Gruppen

Gemeint ist nicht nur die äußere Organisation, sondern auch Planung von Kampagnen, Aktionen, Werbung von Mitgliedern, Fundraising usw. usw.

Community Organisation (brit.)/ Organization (am.)

Organisation

a group such as a club or business that has formed for a particular purpose

the act of planning and arranging things effectively

the way in which the different parts of a system are arranged and work together

Mit Organizing ist mehr der Prozess, mit Organization sowohl der Prozess, als auch das Produkt Organisation gemeint.

 

Issue

Streitfrage, Streitfall, , , Problem,

Punkt, Fall, Sachverhalt, Ergebnis, Ausgang,

Subject/ problem

Raise the issue: say that a problem should be discussed

 

Nicht so sehr ein umfassendes Problem, sondern ein Thema, ein Anliegen, das konkret ist und dessen „Gewinn“ man direkt erkennen kann (also nicht: Armut als solche, sondern z.B.: Mindesteinkommen von soundsoviel Dollar)

People

Menschen,

Leute,

Volk

das gemeine Volk

die Bürger,

die Wähler

Persons,

People in general

The people: all the ordinary people in a country who do not have spezial position

A race or nation

Die einfachen Leute, in der Regel sind die Menschen mit niedrigem oder mäßigem Einkommen die Basis, auf die sich CO bezieht.(low and moderate income)

Power

Kraft,

Macht,

Energie,

Gewalt,

Strom

Control,
control of a country

influence

right/authority

ability

strength

energy

electricity

strong country

Vgl. dazu foco- Rundbrief Dez. 2002:

Dort sind eine Reihe von Definitionen aufgeführt und diskutiert.


 

 


 

[3] Marion Mohrlok, Die Politik beginnt bei den Leuten!, 1996, siehe unter www.fo-co.info, Publikationen

[4] Ausführlich und grundlegend dazu: Mohrlok u.a., Let`s organize! , München 1993; Insbesondere sind für uns viele Begriffe mit dem Faschismus verbunden: Volk, Volksgemeinschaft, Führer, teilweise auch „ Macht“

[5] Umfassend zum Begriff der Community und seinen Implikationen: Greg Smith (Großbritannien) , 1996 "Community - arianism", Community and Communitarianism;, Concepts and contexts http://www.communities.org.uk/greg/gsum.html: In exploring the use of the concept we have noted that there are hundreds of definitions and numerous usages on offer and that they cover three key themes, locality and scale, community feeling or solidarity, and patterns and networks of social interaction. We have noted how the term is used ideologically, by governments wanting to avoid expense and responsibility and in opposition by oppressed, excluded and marginalised groups. We have also noted the nostalgia, utopian idealism and normative emphasis in many formulations of community. It has been argued that the most common mistake is the re-ification of community, when an analysis of the processes in overlapping networks with closely knit core components, which are sometimes but not usually geographically centred, corresponds more closely to reality. But in face of the frequent popular and political usage of the term we have not felt able to abandon it altogether. At the very least it presents a useful and important problematic.

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